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Tag Archives: Tote

Mindestens fünf Tote und 125 Verletzte nach dem Amoklauf gestern in der belgischen Stadt Lüttich. Über die Motive des 33-jährigen Täters, dessen Namen die Behörden mit Norodine Amrani angaben, wird spekuliert. Es ist doch wohl egal, ob der Täter politische oder andere Motive hatte. Unser Mitgefühl sollte den Opfern gelten.

 

 

 

 

 

 

(Quelle:Tagesschau.de)

des Krieges in Libyen. Die libyschen Rebellen sind am Dienstag in der Hauptstadt Tripolis in die Residenz Bab al-Asisija von Ex-Machthaber (so sicher scheint mir das aber noch nicht) Muammar al-Gaddafi eingedrungen. Und es gibt Medienberichte, daß diese die Residenz plündern. Gaddafi meldete sich in der Nacht mit zwei Audio-Botschaften. Er drohte den Rebellen mit einem erbitterten Widerstand. Er werde kämpfen bis zum Sieg über die NATO oder bis zum Tod. Den Rückzug aus seiner Residenz bezeichnete er als ein „taktisches Manöver“. Der Regierungskomplex in Tripolis sei nach mehr als 60 Luftangriffen der NATO vollständig zerstört, so Gaddafi. Er gehe „unerkannt spazieren, ohne daß die Menschen mich sehen“, sagte er. Dabei habe er nicht den Eindruck gewonnen, daß die Stadt in Gefahr sei. Gaddafis Aufenthaltsort ist noch immer unbekannt. Es gibt Vermutungen, dieser befinde sich noch in Tripolis. Andere vermuten, er befindet sich in seiner Heimatstadt Sirte, etwa 300 Kilometer von Tripolis entfernt. Von dort aus wurde die Rebellenhochburg Misrata nach Angaben der Rebellen mit Raketen beschossen. Diese rückten von Westen und Osten auf die Küstenstadt Sirte vor.
Diese hatten großspurig behauptet, sie hätten Saif al-Islam al-Gaddafi, einen von Gaddafis Söhnen festgenommen, Luis Moreno Ocampo, der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag, hatte sogar angeündigt mit den Rebellen über dessen Auslieferung verhandeln zu wollen. Und nun hat sich dann herausgestellt, daß der Gaddafi-Sohn noch frei ist. Wenn in diesem Krieg nicht Menschen sterben würden, wäre das eine nette Posse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quellen:Tagesschau.de, N24.de)

(Quelen:FAZ.net, Focus Online, msn-news.de)
Es gibt aus dem Nahen Osten nicht nur Nachrichten, die sich mit dem Tod des Terrorchefs Osama bin Laden beschäftigen. Da gibt es auch noch andere Meldungen, die leider in den Hintergrund geschoben wurden. Im Jemen beispielsweise sind wieder Demonstranten getötet worden, in Syrien gibt es Massenverhaftungen von Regimegegnern und in Libyen wurde die Hauptstadt Tripolis erneut von der NATO angegriffen. Neue wichtige Nachrichten gibt es auch aus Ägypten und der Hauptstadt Kairo. Nachdem es dort am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Muslimen und christlichen Kopten kam, will die ägyptische Übergangsregierung gegen Unruhestifter hart vorgehen. Laut Justizminister Abdel Aziz al-Gindi werde gegen jeden, der die nationale Sicherheit aufs Spiel setze, „mit eiserner Hand zugeschlagen“. Bei Straßenschlachten waren im Armen-Viertel Imbaba mindestens 12 Menschen getötet und 230 weitere verletzt worden. Auslöser der Gewalt waren Gerüchte, daß eine Koptin gegen ihren Willen in der Kirche des Heiligen Mina festgehalten werde, weil sie zum Islam übertreten wolle. Laut Augenzeugenberichten kamen 500 Salafisten vor der Kirche zusammen, um die Frau zu befreien. Der Streit eskalierte, beide Seiten schleuderten Steine aufeinander, es kam zu Schusswechseln, die Salafisten setzten die Kirche des Heiligen Mina und die nahe Kirche der Jungfrau Maria in Brand. Nach den Zusammenstößen wurden bisher mehr als 200 Personen verhaftet.

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
-das wurde gestern (mal wieder) bewiesen, als im marokkanischen Marrakesch bei einem mutmaßlichen Selbstmordanschlag auf das Kaffeehaus „Argana“ am mittelalterlichen Marktplatz Djemaa el Fna mindestens 16 Menschen getötet und 23 weitere verletzt wurden. Laut Medienberichten sind unter den Toten 11 Ausländer, darunter sechs Franzosen und eine Niederländerin. Die Explosion ereignete sich zur Mittagszeit, als das Cafe besonders gut besucht war. Der Djemaa el Fna-Platz zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist mit seinen Gauklern und Händlern die wichtigste Sehenswürdigkeit in Marrakesch. Der UN-Sicherheitsrat hat das Attentat scharf verurteilt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zeigte sich „entsetzt“ von dem Anschlag. In Sicherheitskreisen wird das Terrornetzwerk Al-Qaida als Urheber vermutet.

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(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, Spiegel Online)
Ein von Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Portugal eingebrachter Entwurf für eine offizielle Erklärung, die die Gewalt in Syrien gegen Regimegegner verurteilen und das sofortige Ende der Angriffe fordern sollte, fand nicht die Zustimmung des UN-Sicherheitsrats. Russland und China weigerten sich, die Ereignisse in Syrien als Bedrohung des internationalen Friedens anzuerkennen. Syriens UN-Botschafter Bashir Jaafari bezeichnete den Vorstoß der Europäer als „Propaganda“.
Die Opposition in Syrien befürchtet ein Massaker in ihrer Hochburg, der südsyrischen Stadt Dar’a. Zahlreiche Panzer der Armee und Tausende Sicherheitskräfte wurden in die Stadt geschickt, Scharfschützen sollen im Einsatz sein. Aus mehreren Städten wurden Festnahmen berichtet, Verletzten Oppositionellen wurde der Zugang zu Krankenhäusern versperrt. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH) wurden seit Mitte März mindestens 453 Menschen bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften getötet. Aus Protest gegen die Niederschlagung der Proteste durch die Sicherheitskräfte und wegen der Hunderten Toten und Tausenden Verletzten haben mehr als 200 Mitglieder der regierenden Baath-Partei von Präsident Baschar al-Assad ihren Rücktritt erklärt.

Euronews-Video:Syrien-Hunderte Mitglieder verlassen die Baath-Partei


(Foto:Das libysche Staatsfernsehen zeigte Bilder von dem durch NATO-Angriff zerstörten Gebäude im Regierungskomplex von Machthaber Muammar al-Gaddafi)

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Auch an Ostern hat die NATO ungehemmt weiter in Libyen bombadiert. Das Zentrum der Hauptstadt Tripolis wurde in der Nacht von schweren Explosionen erschüttert. Dabei wurde auch ein Gebäude auf dem Militärkomplex Bab al-Asisija offenbar von zwei Raketen getroffen. Der Aufenthaltsort von Gaddafi während des Angriffs war nicht bekannt. Ein Regierungssprecher verurteilte den Angriff als Versuch, den Machthaber zu töten, hieß es im arabischen Nachrichtensender „Al-Dschasira“. 15 Menschen seien schwer verletzt worden.
Weiter umkämpft ist auch die belagerte Stadt Misrata, 210 Kilometer östlich von Tripolis. Ein Augenzeuge sagte, die Gaddafi-Truppen hätten die Stadt unter starken Beschuss genommen. Kampfflugzeuge der NATO und US-Drohnen griffen auch Ziele um Misrata an. Nach Angaben der Aufständischen haben sich die Regierungssoldaten in den Vororten verschanzt, statt sich zurückzuziehen, wie es am Samstag angekündigt wurde. Bei den Kämpfen in Misrata wurden am Wochenende mindestens 32 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. In dem Gebäude, was da zerstört wurde, soll sich eine Bibliothek befunden haben. Ziemlich viel Aufwand der NATO, um eine Bücherei abzureissen.


(Foto: Demonstranten in Multan/Pakistan skandieren anti-amerikanische Slogans nach einem US-Drohnen-Angriff)

(Quellen:Bild.de, Deutsche Welle-World.de, in Franken.de)
Eine schlimme Nachricht gab es am Karfreitag aus Pakistan. Dort sind bei einem dieser berüchtigten US-Drohnen-Angriffe im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens 25 Menschen getötet worden. Nach Informationen aus Geheimdienstkreisen feuerten zwei dieser unbemannten und ferngesteuerten Drohnen fünf Raketen auf ein Gehöft im Dorf Spinwam, etwa 40 Kilometer nordöstlich von Miranshah im Stammesgebiet Nord-Wasiristan. Es soll radikal-islamischen Extremisten und deren Familien als Unterschlupf gedient haben. Unter den Toten sind mindestens fünf Kinder und drei Frauen. Diese Drohnen sollen eigentlich Aufständische und Terroristen ins Visier nehmen, es kommen aber immer wieder auch Zivilisten ums Leben. Das sind halt diese Kollateralschäden. Und wieder wurden unschuldige Muslime durch Christen getötet. Der Witz ist, daß die USA jetzt diese Teufelsdrohnen in Libyen einsetzen wollen, um dort Kollateralschäden zu vermeiden. Dann werden wohl mit Sicherheit noch mehr Frauen und Kinder sterben.


Der Filmemacher Tim Hetherington (r.) und der Fotoreporter Chris Hondros (li.) wurden in Misrata Opfer eines Mörsergranatenangriffs. (Foto: „Reuters“)

(Quellen:Tagesschau.de, Sueddeutsche.de, Welt Online, ZDF.de, N24.de, RTL.de)
Die NATO hat in Libyen ihre Angriffe auf die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi fortgesetzt. In der Hauptstadt Tripolis starben nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens sieben Menschen. In Misrata gab es auch gestern schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen. Bei einem Mörserbeschuss wurden der britische Fotograf und oscarnominierte Filmemacher Tim Hetherington und der US-Fotojournalist Chris Hondros getötet und mindestens zwei weitere Fotografen wurden schwer verletzt. Es sollen noch fünf weitere Zivilisten bei den Kämpfen gestorben sein. Misrata liegt 210 Kilometer östlich von Tripolis und ist die einzige Stadt im Westen Libyens, die noch von Aufständischen gehalten wird. Sie wird seit sieben Wochen von den Gaddafi-Truppen belagert. Bisher gab es in den vergangenen sieben Wochen bei den heftigen Kämpfen um Misrata nach Ärzteangaben etwa 1000 Tote und 3000 Verletzte. Die humanitäre Lage in der Stadt gilt als kritisch, obwohl es zuletzt gelang, mit Schiffen Hilfslieferungen in den Hafen zu bringen. Dazu sitzen noch rund 3500 Gastarbeiter, meist aus afrikanischen Ländern, wegen der Kämpfe fest. Laut UN-Nothilfekoordinatorin Valérie Amos haben Tausende Menschen in Misrata nichts zu essen und kein Wasser. Gestern wurden an Bord eines von Qatar gemieteten Schiffes 1100 Menschen, darunter viele der afrikanischen Gastarbeiter, aus Misrata in die ostlibysche Hafenstadt Bengasi evakuiert. Ein Flüchtling berichtete, daß auch das Hafengelände in Misrata unter anhaltendem Beschuss stehe. Unterdessen traf in Misrata ein Schiff des UN-Kinderhilfswerks ein. Es hat unter anderem Trinkwasser und Hygienesets für bis zu 25000 Menschen an Bord. Den Rebellen in Libyen reicht die humanitäre Hilfe und die Durchsetzung der Flugverbotszone nicht, sie fordern vom Westen die Entsendung von Bodentruppen für Misrata. Laut der französischen Zeitung „Le Figaro“ und der US-Zeitung „Washington Post“ ist diese Forderung an den „Nationalen Übergangsrat“ in Bengasi, der mit der NATO in Verbindung steht, weitergeleitet worden. Großbritannien, Frankreich und Italien wollen stattdessen Militärexperten nach Libyen schicken. Der französische Regierungssprecher François Baroin sagte, daß Verbindungsoffiziere dem Übergangsrat zur Seite gestellt werden sollen. Diese sollten den Schutz der Zivilbevölkerung mitorganisieren. Ferner will Frankreich seine Luftangriffe gegen die Gaddafi-Truppen auf Bitten der Rebellen verstärken. Dies sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy nach einem Treffen mit Rebellenführer Mustafa Abdel Dschalil. Italien will laut Verteidigungsminister Ignazio La Russa zehn Militärberater zu den Aufständischen schicken. Alle drei Staaten lehnten die geforderten Bodentruppen erneut ab. Auch US-Präsident Barack Obama befürwortet die Entsendung der Berater. Allerdings bleibe es dabei, daß keine US-Soldaten einen Fuß auf libyschen Boden setzen würden, sagte Obamas Sprecher Jay Carney. Der Präsident „hofft und glaubt“, daß die von Frankreich, Großbritannien und Italien angekündigte Entsendung von militärischen Beratern und Ausbildern den libyschen Rebellen helfen werde. Die US-Regierung plant den Aufständischen Hilfen im Wert von 25 Millionen Dollar (17,3 Milllionen Euro) zukommen zu lassen.


(Foto:Trauer und Wut – die Särge mit den getöteten Regierungsgegnern wurden durch die Straßen von Homs getragen.)

(Quellen:Tagesschau.de, Stern.de, Welt Online, N24-Text 115)
In Syrien wendet das Regime von Präsident Baschar al-Assad eine Zuckerbrot-und-Peitsche-Politik gegen die Regimegegner an. Auf der einen Seite lässt er seine Sicherheitskräfte mit brutalster Gewalt gegen Demonstranten vorgehen und auf der anderen Seite scheint er nun wohl die Hauptforderung der Opposition nach Abschaffung des seit 1963 geltenden Ausnahmezustands zu erfüllen. Die syrische Regierung hat ein Paket von politischen Reformen gebilligt. Es enthällt die Aufhebung eben dieses Ausnahmezustands und außerdem sollen künftig friedliche Demonstrationen ermöglicht werden, auch die Abschaffung der berüchtigten Staatssicherheitsgerichte ist vorgesehen. Jetzt kommt der große Haken: Bestimmte Funktionen des Ausnahmezustands sollen von einem neuen Anti-Terror-Gesetz übernommen werden. Wenn man bedenkt, daß das Regime in Damaskus ausländische Kräfte und Islamisten für die gut einen Monat andauernden Unruhen verantwortlich macht, kann man daran ja eigentlich sehen, wohin der Zug fährt. Die Regimegegner werden kurzerhand als Terroristen und Islamisten erklärt. Assad hatte am Sonntag in einer lange erwarteten Rede eine zügige Aufhebung des Ausnahmezustands angekündigt. Gleichzeitig gingen laut Aktivisten nahe Homs, rund 160 Kilometer nördlich der Hauptstadt Damaskus, Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Oppositionelle vor, dabei kamen offenbar elf Demonstranten ums Leben. Montagabend hatten sich 20000 Demonstranten zu einer Sitzblockade auf einem zentralen Platz in Homs versammelt und den Rücktritt von Präsident Assad gefordert. Diese Blockade wurde nach Aktivistenangaben am frühen Dienstagmorgen von Sicherheitskräften „gewaltsam aufgelöst“. Es sei scharf geschossen worden, sagte eine Menschenrechtsaktivistin telefonisch der französischen Nachrichtenagentur „AFP“. Dabei sind mindestens vier Menschen getötet worden, so ein weiterer Aktivist. Seit Beginn der Proteste wurden Menschenrechtlern zufolge mehr als 200 Menschen getötet.
ist die Meldung, daß das US-Außenministerium seit 2006 auf versteckten Kanälen rund sechs Millionen Dollar heimlich an Gegner von Präsident Assad transferiert habe. Das berichtet die Tageszeitung „Washington Post“ mit Verweis auf vertrauliche Dokumente, die von der Enthüllungsplattform WikiLeaks publiziert worden waren.

(Foto:UNO-Hilfskoordinatorin Valérie Amos in Genf)

(Quellen:Tagesschau.de, Spiegel Online, Stern.de, Zeit Online, Sueddeutsche.de, ARD-Text 120/121, ZDF-Text 125,N24-Text 116, n-tv-Text 116/117, RTL-Text 122, Tele 5-Text 127)
Es gibt einen leichten Lichtblick am Ende des Kriegshorizonts in Libyen. Die Vereinten Nationen haben eine Einigung mit der Regierung des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi getroffen und dürfen nun Hilfsleferungen in die umkämpfte und belagerte Stadt Misrata schaffen. Das sagte eine Sprecherin des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in New York. Demnach darf die UNO in der libyschen Hauptstadt Tripolis einen Stützpunkt für diese humanitäre Hilfe einrichten. Zusagen für einen sicheren Korridor gibt es bisher aber wohl nicht. Zunächst wollen die UN mit einem Team erkunden, welche Hilfe gebraucht wird und wie sie zu den Notleidenden geschafft werden kann. So schnell wie möglich sollten dann Lebensmittel, Wasser und Medikamente geliefert werden. UNO-Hilfskoordinatorin Valerie Amos und der UN-Sonderbeauftragte für Libyen, Abdul Ilah Khatib, hatten am Wochenende mit libyschen Vertretern verhandelt. Misrata liegt 210 Kilometer östlich von Tripolis und ist die einzige Stadt im Westen Libyens, die noch von Aufständischen gehalten wird. Sie wird seit sieben Wochen von den Gaddafi-Truppen belagert. Die humanitäre Lage in der Stadt gilt als kritisch, obwohl es zuletzt gelang, mit Schiffen Hilfslieferungen in den Hafen zu bringen. Dazu sitzen noch rund 3500 Gastarbeiter, meist aus afrikanischen Ländern, wegen der Kämpfe fest. Laut Valerie Amos haben Tausende Menschen in Misrata nichts zu essen und kein Wasser. Bisher gab es in den vergangenen sieben Wochen bei den heftigen Kämpfen um Misrata nach Ärzteangaben etwa 1000 Tote und 3000 Verletzte. Wenn es jetzt tatsächlich UN-Hilfslieferungen nach Misrata gibt, befürchte ich, daß deutsche Soldaten vielleicht diese beschützen müssen. Deutschland hatte sich ja bereit erklärt, Hilfslieferungen auf UN-Anfrage militärisch schützen zu wollen. Der Oberbefehlshaber des NATO-Militäreinsatzes in Libyen 2011, der kanadische Generalleutnant Charles Bouchard, beschuldigte die Gaddafi-Truppen, in Misrata auf Zivilisten zu schießen. Die Streitkräfte stünden auf den Dächern von Moscheen und feuerten von dort auf Menschen, sagte Bouchard dem kanadischen Fernsehen. Sie versteckten sich in der Nähe von Krankenhäusern und hätten gepanzerte Wagen in Schulen abgestellt. Manchmal zögen die Gaddafi-Verbündeten auch ihre Uniformen aus, damit niemand sie in der eingekesselten Rebellenbastion erkennen könne. Außerdem würden sie Frauen und Kinder als Schutzschilde mißbrauchen. Die NATO hat übrigens eingestanden, daß der Einsatz in Misrata schwierig sei. Die NATO habe viele schwere Waffen des Regimes vernichtet. Die militärischen Ressourcen von Gaddafi seien aber noch „erheblich“, sagte Admiral Giampaolo Di Paola, Vorsitzender des NATO-Militärausschusses. In Misrata und anderen Städten sei es sehr schwierig, Mörser und Raketenwerfer zu lokalisieren.


(Ein von Rebellen zerstörter Panzer der Regierungstruppen (Foto: „AFP“)

(Quellen:Tagesschau.de, Focus Online, Welt Online, ARD-Text 127, ZDF-Text 126, N24-Text 111)
In Libyen nichts Neues. Dort sind die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi laut Augenzeugenberichten offenbar ins Zentrum der umkämpften Stadt Misrata, 210 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis vorgedrungen. Bei ihrem Vordringen hätten die Truppen auch schwere Waffen eingesetzt. Die Aufständischen wurden mit Raketen und Artillerie beschossen. Im Häuserkampf wehrten sich diese gegen die Einnahme der Stadt durch Gaddafi-Truppen. Mindestens 16 Menschen wurden nach Ärzteangaben getötet. Mindestens 71 weitere Menschen, darunter auch Kinder, sind verletzt worden, hieß es im größten Krankenhaus in Misrata. Zahlreiche Verletzte wurden in ein Zelt vor dem Krankenhaus, das als Notaufnahme dient, gebracht. Am Abend waren in der Nähe der Klinik Schüsse zu hören, so ein ein Fotograf der Nachrichtenagentur „AFP“ und bis in die Nacht waren Explosionen zu hören. Ein Krankenwagenfahrer sagte, die Hauptverkehrsader von Misrata, die Tripolis-Straße, werde von den Rebellen kontrolliert. In nahegelegenen Gebäuden seien aber Scharfschützen der libyschen Armee postiert. Misrata ist die einzige Stadt im Westen Libyens, die noch von Aufständischen gehalten wird. Sie wird seit sieben Wochen von den Gaddafi-Truppen belagert. Die humanitäre Lage in der Stadt gilt als kritisch, obwohl es zuletzt gelang, mit Schiffen Hilfslieferungen in den Hafen zu bringen. Der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim wies übrigens Vorwürfe zurück, daß Gaddafis Truppen in Misrata die international geächteten Streubomben eingesetzt hätten. „Wir können diese Waffen aus moralischen und legalen Gründen nicht einsetzen. Wir wissen doch, wie viele internationale Organisationen und Medienvertreter in unserem Land sind. Wir wollen für diesen Vorwurf Beweise sehen“, sagte er. Ibrahim warf seinerseits der NATO vor, mit ihren Luftangriffen Partei für die Rebellen ergriffen zu haben. Eine „Invasion oder Besetzung Libyens“ bleibt trotz wachsender Probleme nach Worten von Großbritanniens Premierminister David Cameron ausgeschlossen.

(Quellen:taz.de, ARD-Text 419)
Unter dem Eindruck der Revolution in Tunesien 2010/2011 wurde das Blog „A tunisian Girl“ („Ein tunesisches Mädchen“) der 27 – jährigen Tunesierin Lina Ben Mhenni mit dem Blog – Award der „Deutschen Welle“ „The BOBs“ ausgezeichnet. Die Dozentin für Linguistik an der Universität von Tunis berichtet schon seit mehreren Jahren auf Französisch, Englisch und Arabisch über die Entwicklung in Tunesien. Lina Ben Mhenni informierte auch über Unterdrückung und Zensur im Land unter dem Regime von Ex – Präsident Zine el-Abidine Ben Ali. Allerdings war ihr Blog zeitweise verboten und konnte nur im Ausland gelesen werden. Während der Proteste 2010/2011 reiste sie in die Städte Sidi Bouzid und Kasserine, um von dort über Repressionen und Gewalttaten zu berichten. Ihre Berichte sowie Fotos und Videos von Schwerverletzten und Toten verbreiteten sich schnell über Facebook und Twitter (https://twitter.com/#!/benmhennilina). Seit dem politischen Umbruch in Tunesien schreibt Lina Ben Mhenni über den schwierigen Weg des Landes zur Demokratie.


(Foto:Jemen – Soldaten auf der Seite der Regierungsgegner)

(Quellen:Spiegel Online, Focus Online, ZDF-Text 122)
Klar, der Fokus der Nachrichten liegt jetzt auf der Atomkatastrophe in Japan und dem Krieg in Libyen, aber trotzdem würde ich mir doch eine intensivere Berichterstattung aus Bahrain, Syrien und dem Jemen wünschen, wo die Menschen ja auch für Demokratie auf die Straße gegangen sind und wo es ja auch Tote gab. Zum Beispiel gestern im Jemen. Dort sind bei neuerlichen Protesten gegen Präsident Ali Abdullah Salih schon wieder mehrere Menschen getötet worden. Die Angaben schwanken zwischen fünf und sieben Toten. In der jemenitischen Hauptstadt Sana’a kam es zu schweren Gefechten zwischen Regierungstruppen und Soldaten, die sich der Opposition angeschlossen hatten und ein Zeltlager der Protestbewegung beschützten. Nach den Kämpfen zogen wieder Zehntausende Demonstranten auf die Straßen von Sana’a. Auch in der südjemenitischen Hafenstadt Aden kam es zu Massenprotesten. Wie Ärzte und Augenzeugen der Nachrichtenagentur „AFP“ sagten, trieb die Armee eine Menschenmenge mit Schüssen auseinander, wobei mehrere Demonstranten getötet wurden.
Jedenfalls hätte es wenigstens darüber mehr Berichte geben können.

 

 


(Der Bahnsteig in der Minsker U-Bahn nach der Explosion Foto: „AFP“)

(Quellen:Tagesschau.de, Focus Online, Sueddeutsche.de, N24-Text 118, RTL-Text 121)
Am Montag gab es ja in Weißrussland in der Hauptstadt Minsk einen Bombenanschlag auf die U – Bahn – Station Oktjabrskaja. Dabei wurden 12 Menschen getötet und 190 verletzt. Nun haben die Behörden offenbar zwei Personen festgenommen, die die Tat begangen haben. Die Festgenommenen hätten ein Geständnis abgelegt, sagte der autoritär regierende Präsident Alexander Lukaschenko nach Angaben der unabhängigen weißrussischen Nachrichtenagentur „Belapan“. Die Männer hätten sich auch zu früheren Anschlägen in Weißrussland bekannt. Als Hintermänner des Terroranschlags vermutet der Präsident Regimegegner. Der Sprengsatz wurde per Fernzündung zur Explosion gebracht. Die Regimegegner beklagen, daß die Behörden die Situation ausnutzen würden, um den Druck auf die prowestliche Opposition zu erhöhen.Weißrussland ist übrigens das einzige Land in Europa, wo es noch die Todesstrafe gibt. Wenn man dann diesen Lukaschenko hört, daß die angeblichen Täter streng bestraft werden sollen, dann kann man sich ja ausmalen, was folgt. Wer garantiert denn, daß die Verhafteten tatsächlich Terroristen sind und keine Oppositionellen, die für einen schnellen Fahndungserfolg geopfert werden? Wer garantiert denn, daß dieser Diktator diesen Anschlag nicht selbst inszeniert hat, um einen Vorwand gegen die Opposition zu haben?

 

 

(Quellen:Tagesschau.de, Sueddeutsche.de, Schweizer Fernsehen.tv.de, ARD-Text 128/129, ZDF-Text 123/125, RTL-Text 123)
Seit gestern sollen in Libyen bei Kämpfen zwischen Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi und Aufständischen mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Am Wochenende haben die Kämpfe um die strategisch wichtige ostlibysche Stadt Adschdabiya angehalten. Laut Berichten wurde die Stadt am Sonntag von heftigen Explosionen erschüttert. Gaddafi – Truppen hätten Adschdabiya von Westen aus angegriffen. Ärzten zufolge starben dort mindestens zwölf Rebellen. Heftig umkämpft blieb auch die Hafenstadt Misrata, 210 Kilometer östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. Regierungstruppen hätten drei verschiedene Teile der Stadt im Westen des Landes angegriffen und seien dann zurückgeschlagen worden. Unterstützung erhielten die Regimegegner durch NATO – Luftangriffe, wobei 25 Panzer und ein Munitionslager zerstört wurden. Im belagerten Misrata wurden nach Rebellen – Angaben mindestens 30 Aufständische und Zivilisten getötet. Die Regierungstruppen benutzen offenbar Guerilla – Taktiken, sie verzichten auf Panzer und setzen kleinere Kampfeinheiten und Zivilfahrzeuge ein. Das erschwert nach Medienberichten die Aufgabe der NATO. Hinzu kommt, daß Gaddafis Truppen angeblich Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“ benutzten. Das sagte jedenfalls der NATO – Einsatzleiter, der kanadische General Charles Bouchard.
Die libysche Armee teilte gestern mit, sie habe nahe der Hafenstadt Brega zwei Hubschrauber der Rebellen abgeschossen. Libyens Vize – Außenminister Chaled Kaaim kritisierte meiner Meinung nicht zu unrecht, daß die NATO trotz Flugverbot den Start der Helikopter zugelassen habe. Es stelle sich die Frage, ob die Flugverbotszone nur für die libysche Regierung oder aber für beide Seiten gelte. Die NATO sei zu einer „Konfliktpartei auf Seiten der Rebellen“ geworden. Ich hätte nicht gedacht, daß sowas passiert, aber in dem Punkt stimme ich der libyschen Regierung zu. Die NATO interpretiert die UN – Resolution 1973, die zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Libyen zum Schutz der Zivilbevölkerung verabschiedet wurde, einseitig. Die NATO sollte besser neutral bleiben. Schon aus dem Grund weil NATO – Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen diese Militäroperation nicht für ausreichend hält, um Libyen den Frieden zu bringen. Die ehrliche Antwort laute, für diesen Konflikt gebe es keine militärische Lösung, so Rasmussen. Es gibt laut neuesten Meldungen einen vagen Grund zur Hoffnung auf einen Waffenstillstand in Libyen. Gaddafi hat angeblich nach Angaben einer Delegation der Afrikanischen Union (AU) einen Plan zur Beendigung des militärischen Konfliktes angenommen. Dies erklärte der südafrikanische Präsident Jacob Zuma, der die Delegation leitete, nach mehrstündigen Gesprächen mit Gaddafi in Tripolis. „Wir müssen einem Waffenstillstand eine Chance geben“, sagte Zuma. Der Plan der AU sieht ein Ende der Gefechte sowie den Schutz afrikanischer Gastarbeiter vor. Die AU – Delegierten wollen nun in der ostlibyschen Hafenstadt und Rebellenhochburg Bengasi mit Rebellenvertretern zusammentreffen. Ein Rebellensprecher hatte jedoch zuvor bereits einer Verhandlungslösung eine Absage erteilt. Es könne nur eine militärische Lösung geben, weil Gaddafi nur diese Sprache verstehe, sagte Ahmad Bani dem Nachrichtensender „Al – Dschasira“.

 

 

Ich habe im Internet diesen Sponti – Spruch gefunden: schön zynisch.