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Tag Archives: Langzeitbesatzung

Besser spät als nie:mein Beitrag zum einzigen Außenbordeinsatz der laufenden letzten Mission (Bezeichnung STS-135) der US-Raumfähre „Atlantis“. Der Einsatz begann am Dienstag um 15:22 Uhr MESZ und wurde von den beiden Astronauten Ron Garan und Mike Fossum durchgeführt, die zur Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation (ISS) gehören. Garan und Fossum begaben sich für die erste Tagesaufgabe zu einem defekten Pumpenmodul, wo Fossum zwei Notfalladapter, COLTS, installierte. Diese Adapter ermöglichen den Astronauten das Modul in der Ladebucht auch dann sicher zu installieren, wenn die normalen Bolzen am Pumpenmodul nicht mehr zu benutzen sind. Garan installierte unterdessen am Roboterarm der ISS eine Fußhalterung und bestieg diese dann. Dann lösten beide die Halterungen, die das Pumpenmodul mit der externen Lagerplattform Nummer 2 verbanden. Garan hielt das Modul, während der Roboterarm ihn zur Ladebucht der „Atlantis“ manövrierte. Dort installierten Garan und Fossum das Pumpenmodul auf der Lightweight Multi Purpose Experiment Support Structure Carrier (LMC) am Ende der Ladebucht. Danach betrat Fossum die Fußhalterung am Roboterarm. Garan löste die Schrauben an der Robotic Refuel Mission (RRM) und übergab dieses an Fossum. Danach begaben sich die Astronauten zum kanadischen Roboter DEXTRE am US-Labor „Destiny“, um dort das RRM zu installieren.
Anschließend gab es für beide Astronauten kleinere Tätigkeiten. Ron Garan begab sich zum EXPRESS Logistics Carrier 2 (ELC-2), um dort das Materialexperiment MISSE-8 zu öffnen, das schon von der STS-134-Besatzung im Mai an der ELC-2 angebracht worden war. Mike Fossum justierte unterdessen am russischen Teil der ISS am neuen Greifpunkt des Stationsarms ein Erdungskabel neu. Abschließend installierten beide Astronauten noch eine Abdeckung am Pressurized Mating Adapter 3 (PMA-3). Um 21:53 Uhr MESZ endete dann offiziell der Außenbordeinsatz mit einer Gesamtzeit von 6 Stunden und 31 Minuten. Während der Außenbordeinsatz außerhalb der Station durchgeführt wurde, widmete sich der Rest der Besatzung wieder dem Transfer von Ausrüstung. Gegen Ende des Tages wurde die Besatzung noch informiert, daß die Überprüfung des Hitzeschildes der „Atlantis“vom Damage Assessment Team (DAT) abgeschlossen ist und der Schild offiziell für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre freigegeben wurde. Die US-Raumfahrtbehörde NASA hatte am Montag übrigens die letzte Mission der „Atlantis“ um einen Tag verlängert. Die zusätzliche Zeit solle genutzt werden, um an Bord der ISS Ausrüstung auszupacken und zu verstauen, teilte Nasa-Manager LeRoy Cain mit. Außerdem sollen verschiedene Systeme an der Station eingerichtet werden. Die Landung der „Atlantis“ auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral/Florida sei am 21. Juli geplant, voraussichtlich gegen 6 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ).
Am Donnerstag wurde die „Atlantis“-Crew wegen einer Computerpanne aus dem Schlaf geholt. An einem der fünf Hauptcomputer des Space Shuttles war ein Problem festgestellt worden. Die Crew setzte daraufhin einen Reservecomputer ein. Schon am Sonntag war eine Computerpanne an Bord der „Atlantis“ aufgetreten. Das Problem war am Montag mit Hilfe eines Software-Updates gelöst worden.

 

 

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(Quellen:Raumfahrer.net, Astronomie.info, Spiegel Online)

Am gestrigen Freitag um 17:29 Uhr MESZ wurde (traurige) Raumfahrtgeschichte geschrieben. Mit der US-Raumfähre „Atlantis“ wurde nach 30 Jahren das letzte Space Shuttle auf seine letzte Mission (Bezeichnung STS-135) ins All geschickt. Trotz dunkler Wolken und leicht verspätet ist der Orbiter mit den vier Astronauten Christopher Ferguson (Kommandant), Douglas Hurley (Pilot), Sandra Magnus (Missionsspezialistin) und Rex Walheim (Missionsspezialist) an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral/Florida zur Internationalen Raumstation (ISS) gestartet.
Die „Atlantis“ transportiert 3,5 Tonnen Proviant und Ausrüstung zur ISS, u.a. das Mehrzweck-Logistikmodul „Raffaello“ und ein Lightweight Multi-Purpose Carrier (LMC). Während der 12-tägigen Mission wird auch ein Weltraumspaziergang absolviert werden, aber nur von der Besatzung der ISS. Ziel des Außenbordeinsatzes: die Installation eines defekten Pumpenmoduls, das letztes Jahr ausgefallen ist, auf dem LMC, sowie die Installation der Robotic Refuel Mission (RRM) an der Außenseite der ISS. Die „Atlantis“ soll Sonntag an der Station andocken und gemeinsam mit der Langzeitbesatzung die ISS auf die Zeit nach Einstellung des Shuttle-Programms vorbereiten. Im Gegensatz zu anderen Shuttle-Flügen wird bei dieser Mission keine weitere Raumfähre für einen möglichen Rettungsflug bereitstehen. Wenn die sichere Rückkehr der „Atlantis“ durch eine Beschädigung unmöglich ist, muß die Shuttle-Crew vorläufig auf der ISS bleiben und mit Sojus-Raumschiffen zurück zur Erde gebracht werden. Darum sind nur vier statt sieben Astronauten an Bord. Wenn die Mission planmäßig verläuft, wird die „Atlantis“ am 20. Juli wieder auf der Erde landen. Danach beendet die US-Raumfahrtbehörde NASA aus Kosten-und Sicherheitsgründen ihr Shuttle-Programm. Die „Atlantis“ wird als Museumsstück im Besucherzentrum des Kennedy Space Centers ausgestellt.
Die Zukunft der bemannten US-Raumfahrt steht buchstäblich in den Sternen. US-Astronauten werden dann erstmal mit russischen Sojus-Kapseln zur ISS transportiert werden. Die NASA will die Shuttles längerfristig durch Raumschiffe ersetzen, die eine größere Reichweite haben. Das große Ziel der NASA ist der Mars. Ob ich eine Mars-Landung noch miterlebe? Ich hoffe es. Es ist schade, daß die Menschen ihr Geld lieber in sinnlosen, menschenverachtenden Kriegen buchstäblich „verpulvern“. Dann steckt es doch lieber in die Raumfahrt.

 

 

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(Quelle:Raumfahrer.net)