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Tag Archives: Kollateralschaden


(Das Regime zeigte ausländischen Journalisten das angeblich von der NATO zerstörte Haus. Foto:„AP“)

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Wichtige Nachrichten aus Libyen über den Krieg. Offenbar hat die NATO bei einem Luftschlag auf die Hauptstadt Tripolis am Samstag auch ein Wohnhaus bombadiert. Dabei wurden mehrere Zivilisten getötet. Die NATO hat das eingeräumt.

Ein Geschoss habe nicht „das geplante Ziel getroffen“, teilte die NATO mit. „Obwohl wir die Einzelheiten des Zwischenfalls noch ermitteln, scheint es so, daß ein Fehler in einem Waffensystem diesen Zwischenfall verursacht hat“, heißt es in einer Erklärung des Oberbefehlshabers des NATO-Libyen-Einsatzes, General Charles Bouchard. „Die NATO bedauert den Verlust unschuldiger Menschenleben.“ Der Angriff galt der NATO zufolge einem Raketenlager. Die libysche Regierung warf der NATO vor, ein Wohngebiet in Tripolis angegriffen zu haben. Dabei seien mindestens neun Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Kinder, erklärte die Regierung.
Bereits am Samstag hatte sich die NATO für einen versehentlichen Beschuss der libyschen Rebellen entschuldigt. Nach NATO-Angaben wurden mehrere Militärfahrzeuge in der Nähe der ostlibyschen Hafenstadt Brega von NATO-Flugzeugen beschossen. Die Fahrzeuge seien als Gefahr für die Zivilbevölkerung eingestuft worden. „Wir bedauern den möglichen Verlust von Menschenleben bei diesem unglückseligen Zwischenfall“, hieß es weiter. Nach Rebellen-Angaben waren 16 Aufständische verletzt worden.
Die NATO wollte in Libyen die UN-Resolution 1973 zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Gaddafi-Truppen umsetzen. Die NATO bringt aber selbst Zivilisten um. darum ist dieser ganze Einsatz nur noch absurd und verbrecherisch. Saif al-Islam al-Gaddafi, einer der Söhne von Staatschef Muammar al-Gaddafi, hatte in einem Interview vorgeschlagen, in Libyen international überwachte Wahlen abzuhalten. Dieser Vorschlag wurde von den USA einfach so zurückgewiesen. Lieber will die NATO noch mehr unschuldige umbringen.

 

 

 

 

 

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(Quellen:Tagesschau.de, N24.de, n-tv.de)
Kein Ende des Krieges in Libyen in Sicht-im Gegenteil. Die NATO hat ihren Militäreinsatz „Unified Protector“ in Libyen um drei Monate bis Ende September verlängert. Das beschloß der NATO-Rat in Brüssel. Das Mandat für den Libyen-Einsatz war zunächst auf 90 Tage bis zum 27. Juni befristet. Weil der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi trotz der massiven Luftangriffe nicht weichen will, hält die NATO die Fortführung ihrer Mission für notwendig. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einer „klaren Botschaft“ an Machthaber Gaddafi: „Wir sind entschlossen, unseren Einsatz zum Schutz der libyschen Bevölkerung fortzusetzen.“ Das heißt ja dann noch mehr Kollateralschäden. Laut der Führung in Tripolis kamen bei den Luftschlägen bisher mindestens 718 Menschen ums Leben. An dem internationalen Militäreinsatz gegen Libyen sind insgesamt 17 Staaten mit etwa 200 Flugzeugen und 18 Schiffen beteiligt. Er besteht aus einer Seeblockade, einem Waffenembargo und Luftschlägen, bisher rund 3500, gegen Gaddafis Truppen. Die Luftschläge gegen Libyen begannen am 19. März und sollten der Durchsetzung der UN-Resolution 1973 zur Schaffung einer Flugverbotszone und zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Gaddafi-Truppen dienen. Inzwischen werden aber dadurch die Aufständischen unterstützt. Und obwohl keine Bodentruppen vorgesehen sind, haben Frankreich und Großbritannien vor kurzem beschlossen, Kampfhubschrauber nach Libyen zu entsenden.
Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma hatte gestern nach der Rückkehr von seiner Vermittlungsmission in Tripolis erklärt, daß Gaddafi nicht bereit sei, Libyen zu verlassen. Bevor ein Dialog beginnen könne, müssten die NATO-Luftangriffe gestoppt werden, habe Gaddafi betont. Tripolis ist am Dienstagabend von sechs schweren Explosionen erschüttert worden. Laut einem „AFP“-Reporter überflogen am späten Abend erneut Kampfflugzeuge die Stadt. Danach folgten zwei Explosionen, gefolgt von vier weiteren im Abstand von wenigen Minuten. Die Ziele der Angriffe waren demnach zunächst unklar.

 

(Quellen:Tagesschau.de, N24.de, n-tv.de)
Nachdem gestern in Afghanistan zwei Bundeswehrsoldaten durch einen Selbstmordanschlag getötet wurden, zu dem sich die Taliban bekannt haben, hat sich die NATO in der Nacht zum Sonntag offenbar auch die Hände schmutzig gemacht und Zivilisten getötet. Bei einem NATO-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind laut der Provinzregierung 14 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter zwölf Kinder. Ein Sprecher des Provinzgouverneurs, Mohammed Daud Ahmadi, sagte, bei dem Angriff seien fünf Mädchen, sieben Jungen und zwei Frauen getötet worden, drei Kinder, eine Frau und zwei Männer seien verletzt worden. US-Truppen seien von Taliban-Kämpfern beschossen worden, sie hätten um Luftunterstützung gebeten. NATO-Flugzeuge hätten daraufhin zwei Wohnhäuser mit Zivilisten bombadiert. Ein Sprecher der ISAF sagte, man kenne die Vorwürfe und untersuche den Vorfall.
Die zivilen Opfer bei NATO-Angriffen lösen in der afghanischen Regierung und der Bevölkerung (verständlicherweise) Unmut und Wut aus. Ich denke mal, es wird wieder Proteste gegen die NATO geben, Demonstranten werden getötet, dann gibt es leider wieder einen Selbstmordanschlag bei dem NATO-oder Bundeswehrsoldaten sterben und so geht die Spirale der Gewalt weiter.

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(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Schon wieder ein Grund warum unsere Bundeswehrsoldaten schleunigst aus Afghanistan abgezogen werden sollten. Bei einer gewaltsamen Demonstration vor einem Bundeswehr-Camp in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Taloqan sind nach offiziellen Angaben elf Afghanen getötet worden, 80 weitere Menschen sind verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich zwei deutsche Soldaten sowie vier afghanische Wachmänner. Die Bundeswehrsoldaten wurden verletzt, weil Demonstranten Handgranaten und Molotowcocktails warfen. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es sei unklar, ob deutsche Soldaten auf Demonstranten geschossen hätten. Auslöser der Proteste waren Vorwürfe gegen die ISAF, sie habe (wieder mal) vier Zivilisten getötet. Laut ISAF waren es Aufständische. Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Schah Dschahan Nuri wurden zwei Männer und zwei Frauen erschossen. „Ich verurteile aufs Schärfste diesen brutalen Angriff, bei dem Zivilisten getötet wurden“, sagte Nuri. Erneut hätten falsche Geheimdienstinformationen zum Tod unschuldiger Afghanen geführt.
Der Witz ist ja, daß die USA schon längst, sogar in Deutschland, mit den Taliban Geheimgespräche führen. Die wissen, daß man in Afghanistan nur verlieren kann.

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi ist zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder im libyschen Staatsfernsehen zu sehen gewesen. Er habe in einem Hotel in der Hauptstadt Tripolis Stammesführer getroffen, hieß es im arabischen Nachrichtensender „Al-Dschasira“. Es war Gaddafis erster TV-Auftritt seit dem 30. April. An diesem Tag wurde Gaddafis jüngster Sohn Saif al-Arab al-Gaddafi durch einen NATO-Luftangriff getötet, auch drei Enkel von Gaddafi sollen bei dem Angriff ums Leben gekommen sein. Die NATO hat ihre Angriffe auf Ziele in Tripolis auch in der Nacht fortgesetzt. Sie hat mindestens vier Luftangriffe geflogen. Die Angriffe hätten einem Anwesen von Gaddafi gegolten, berichtete das Staatsfernsehen. Über dem Anwesen Bab al-Asisija stiegen laut Augenzeugen Rauchsäulen auf. Laut dem US-Nachrichtensender „CNN“ waren am Morgen wieder Explosionen in Tripolis zu hören. In der belagerten Stadt Misrata nahmen die Rebellen nach tagelangen Kämpfen das Flughafengelände am Südrand der Stadt ein. In den zwei Tage andauernden Kämpfen um den Flughafen seien fünf Rebellen getötet und 105 weitere verletzt worden, meldet „AP“.
Euronews-Video:Weitere NATO-Angriffe auf Tripolis


(Foto: Demonstranten in Multan/Pakistan skandieren anti-amerikanische Slogans nach einem US-Drohnen-Angriff)

(Quellen:Bild.de, Deutsche Welle-World.de, in Franken.de)
Eine schlimme Nachricht gab es am Karfreitag aus Pakistan. Dort sind bei einem dieser berüchtigten US-Drohnen-Angriffe im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens 25 Menschen getötet worden. Nach Informationen aus Geheimdienstkreisen feuerten zwei dieser unbemannten und ferngesteuerten Drohnen fünf Raketen auf ein Gehöft im Dorf Spinwam, etwa 40 Kilometer nordöstlich von Miranshah im Stammesgebiet Nord-Wasiristan. Es soll radikal-islamischen Extremisten und deren Familien als Unterschlupf gedient haben. Unter den Toten sind mindestens fünf Kinder und drei Frauen. Diese Drohnen sollen eigentlich Aufständische und Terroristen ins Visier nehmen, es kommen aber immer wieder auch Zivilisten ums Leben. Das sind halt diese Kollateralschäden. Und wieder wurden unschuldige Muslime durch Christen getötet. Der Witz ist, daß die USA jetzt diese Teufelsdrohnen in Libyen einsetzen wollen, um dort Kollateralschäden zu vermeiden. Dann werden wohl mit Sicherheit noch mehr Frauen und Kinder sterben.


(Foto:libysche Rebellen vor Adschdabiya)

(Quellen:Tagesschau.de, Spiegel Online, Focus Online, ZDF-Text 129, N24-Text 116, RTL-Text 126/131, Tele 5-Text 125)
Zum Wahnsinn des Krieges allgemein und dieses Krieges in Libyen gehört der Tod von unschuldigen Zivilisten, was die Militärs gern so verharmlosend als Kollateralschaden bezeichnen. Zu dem Wahnsinn gehört auch, wenn eigene oder alliierte Truppen durch Eigenbeschuss getroffen werden. Was die Opfer unter den Zivilisten durch die Luftangriffe der internationalen Streitkräfte angeht, darüber gibt es keine genauen Informationen. Von der „Koalition der Willigen“ wird dies verneint, das Gaddafi-Regime behauptet, daß Zivilisten getötet wurden. Ich hoffe, daß irgendwann mal die Wahrheit ans Licht kommt. Auf jeden Fall gab es am Donnerstag „Friendly Fire“, als NATO – Kampfflugzeuge versehentlich einen Fahrzeugkonvoi der Rebellen bombadiert und dabei mindestens zehn Menschen getötet haben. Nach Angaben der Rebellen fuhr der Konvoi zwischen Adschdabiya und der Hafenstadt Brega unerlaubt in eine Sperrzone und wurde von NATO – Flugzeugen unter Beschuss genommen. Unter den Bewohnern der Stadt Adschdabija brach Panik aus, weil Gerüchte aufkamen, Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi hätten den Angriff zu einem Vorstoß genutzt. Die NATO kündigte an, sie werde den Bericht prüfen. „Aber es ist schwer zu klären, weil wir keine eigenen Leute am Boden haben“, sagte ein NATO – Sprecher in Brüssel. Die Rebellen sind natürlich stinkesauer auf die NATO. „Wir wollen die Nato nicht mehr“, rief einer der Kämpfer. Ein anderer schrie: „Nieder mit der Nato.“ Die Nato lehnt jedoch eine Entschuldigung bei den Aufständischen ab. „Ich entschuldige mich nicht“, sagte der britische Konteradmiral Russell Harding am Freitag in der Nato – Befehlszentrale in Neapel vor Journalisten. „Bis gestern hatten wir keine Ahnung, daß die Aufständischen Panzer benutzen“, sagte Harding, der Vize – Kommandeur des internationalen Militäreinsatzes in Libyen ist. „Unsere Aufgabe ist der Schutz von Zivilisten. Und Panzer sind in der Vergangenheit benutzt worden, um Zivilisten anzugreifen.“ Es war das zweite Mal innerhalb einer Woche, daß libysche Aufständische durch NATO – Angriffe getötet wurden. Bereits am Freitag vergangener Woche hatten NATO – Jets im selben Gebiet versehentlich eine Rebellen – Stellung angegriffen. Dabei waren 13 Aufständische getötet und elf weitere verletzt worden. Das Bombardement hatten die Rebellen ausgelöst, als sie mit einem Luftabwehrgeschütz aus Freude über die nahenden NATO – Flugzeuge in den Himmel geschossen hatten. Und wieder sterben dann Muslime durch Ungläubige und wieder ist die NATO der Buhmann. Sobald die NATO sich irgendwo einmischt läuft etwas schief. General Carter F. Ham, Kommandeur des US – Afrika – Kommandos (AFRICOM) und anfänglich der Kommandant der Militäroperation „Odyssey Dawn“ („Odysee Morgendämmerung“), hält übrigens einen Sieg der Rebellen gegen das Gaddafi – Regime für fraglich. Er würde die Wahrscheinlichkeit als gering einschätzen, so Ham in einer Kongressanhörung in Washington. Selbst mit der Unterstützung der NATO seien die Rebellen nicht stark genug, es mit Gaddafis Armee aufzunehmen. Derzeit gebe es deshalb ein Patt.
Die Militäroperation dient ja eigentlich der Durchsetzung der UN – Resolution 1973 zur Errichtung einer Flugverbotszone zum Schutz der Zivilisten vor Gaddafi – Truppen. Flugverbot zum Schutz der Zivilisten ja – keine militärische Unterstützung der Aufständischen. Über die wissen wir viel zu wenig, die könnten ja die Feinde von Morgen werden.

 

 

(Quellen:Tagesschau.de,news.ch)
Dieser Krieg in Libyen ist ganz schlimm und es ist richtig, daß darüber intensiv berichtet wird. Aber am 1. März sind neun Kinder im Nordosten von Afghanistan durch ISAF-Soldaten getötet worden und ich finde, das sollte nicht nur eine Randnotiz sein. Nach ISAF-Angaben hatten die Soldaten eines Außenpostens in der Provinz Kunar den Einsatz von Kampfhubschraubern angefordert, weil sie mit Raketen beschossen worden waren. Wenige Minuten später wurden die neun Kinder, die auf einem nahe gelegenen Berg Holz sammelten, von einem Kampfhubschrauber ins Visier genommen und getötet. Ein zehntes Kind sei bei dem Angriff verletzt worden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Angriff als rücksichtslos. „Diese Todesfälle hätte es niemals geben dürfen“, erklärte der ISAF-Kommandeur David Petraeus. Der US-General entschuldigte sich bei den betroffenen Familien, der afghanischen Regierung und beim afghanischen Volk.
In der Hauptstadt Kabul forderten Hunderte Männer, Frauen und Kinder ein Ende von Angriffen der Internationalen Schutztruppe ISAF auf Zivilisten. Sie riefen “Tod Amerika, den Taliban und der afghanischen Regierung”. Auf Plakaten zeigten sie Fotos getöteter Zivilisten. In Kunar waren übrigens erst im vergangenen Monat nach Angaben des Provinzgouverneurs bei Luftangriffen 65 Zivilisten getötet worden, darunter 40 Jungen und Mädchen.

 

Die ISAF wird den Tod der neun Kinder zynischerweise wohl „nur“ als Kollateralschaden ansehen. Also die US-Truppen/ISAF bombadieren Zivilisten in Afghanistan, wollen aber nicht, daß der Verbündete der Amerikaner und Europäer, der kleine Diktator Muammar al-Gaddafi, das Gleiche mit seiner Zivilbevölkerung in Libyen macht und schließen die Entsendung von Bodentruppen nicht aus. Wie wir wissen, setzen die USA so gerne Bodentruppen aus „humanitären Gründen“ ein. Ich könnte mir denken, daß es da noch andere Motive gibt.

Ich bin für eine Flugverbotszone, aber gegen Bodentruppen. Es soll ja nicht noch mehr Kollateralschäden geben.

 
Euronews-Video:Proteste gegen ISAF-Angriffe auf Zivilisten in Kabul