überspringe Navigation

Tag Archives: ISAF


(Foto:Den Attentätern gelang es nach ersten Erkenntnissen, nicht über die Zufahrt, sondern über die Gartenanlage auf das Gelände vorzudringen. )

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Ein mit Mörsern, Sturmgewehren und Sprengstoffwesten bewaffnetes Taliban-Kommando hatte gestern Abend das Hotel Intercontinental in der afghanischen Hauptstadt Kabul gestürmt. Die insgesamt acht Terroristen suchten gezielt nach Ausländern und lieferten sich fast fünf Stunden Gefechte mit den afghanischen Sicherheitskräften. Erst der massive Eingriff von ISAF-Truppen konnte am frühen Morgen den Angriff der Attentäter niederschlagen. Mindestens 19 Menschen
wurden dabei getötet. Bei den elf zivilen Todesopfern des Angriffs handelt es sich unter anderem um fünf Hotelangestellte, drei afghanische Polizisten sowie einen Richter aus einer nicht näher bezeichneten Provinz, sagte der Sprecher des afghanischen Nationalen Sicherheitsdirektorats, Latifullah Maschal. Ausländer seien zwar nicht getötet worden, allerdings seien zwei von ihnen unter den 14 Verletzten.
Lokale Medien berichteten, afghanische Regierungsvertreter hätten sich in dem Hotel aufgehalten, um an einer Konferenz teilzunehmen, bei der es um die Übergabe der Verantwortung von der NATO an afghanische Sicherheitskräfte ging. Die Konferenz sollte ursprünglich am Mittwochmorgen beginnen.

 

 

 

 

Vodpod videos no longer available.

 

 

Vodpod videos no longer available.

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de)
Die USA werden bis zum Sommer nächsten Jahres 33.000 der 100.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten abziehen. Der Teilabzug werde
in zwei Schritten vollzogen. In einer Rede an die Nation hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, daß bis Ende diesen Jahres 10.000 US-Soldaten abgezogen werden, 23.000 sollen bis 2012 folgen. „Dies ist der Anfang und nicht das Ende unserer Anstrengungen diesen Krieg zu beenden“, so Obama. Obama sagte, daß die USA weiterhin weltweit Terroristen bekämpfen wollten. Der Gesamtumfang des Abzugs entspricht der Unterstützung, die der Präsident Ende 2009 nach Afghanistan geschickt hatte.
Abgeordnete der Republikaner und der Demokraten im US-Kongress haben Obamas Pläne zum Truppenabzug kritisiert. Den Demokraten geht der Abzug nicht weit und schnell genug, die Republikaner sehen die Erfolge
(wobei ich mir die Frage stelle: welche Erfolge) in Afghanistan durch einen ihrer Meinung nach übereilten Abzug gefährdet. Wegen der hohen Kriegskosten, der schwachen Wirtschaft und der riesigen Staatsverschuldung war Obama immer mehr unter Druck geraten, die Soldaten schnell nach Hause zu bringen.
Die USA und die ausländischen Truppen sind jetzt 10 Jahre in Afghanistan und was als Erfolg verkauft wird ist nichts als ein Witz. Für Afghanistan gibt es keine perfekte Lösung. Ich finde es besser, wenn alle US-Truppen und die ISAF komplett aus dem Land abziehen. Wenn die Taliban tatsächlich versuchen sollten, eine neue Schreckensherrschaft in Afghanistan zu errichten, hoffe ich, daß die Afghanen sich ein Beispiel an den Menschen in Tunesien oder Ägypten nehmen und die Taliban dann zum Teufel jagen. Der Arabische Frühling zeigt, daß die Menschen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen können und keine Besatzungstruppen brauchen.

 

 

Vodpod videos no longer available.

 

 

(Quellen:Tagesschau.de, N24.de, n-tv.de)
Nachdem gestern in Afghanistan zwei Bundeswehrsoldaten durch einen Selbstmordanschlag getötet wurden, zu dem sich die Taliban bekannt haben, hat sich die NATO in der Nacht zum Sonntag offenbar auch die Hände schmutzig gemacht und Zivilisten getötet. Bei einem NATO-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind laut der Provinzregierung 14 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter zwölf Kinder. Ein Sprecher des Provinzgouverneurs, Mohammed Daud Ahmadi, sagte, bei dem Angriff seien fünf Mädchen, sieben Jungen und zwei Frauen getötet worden, drei Kinder, eine Frau und zwei Männer seien verletzt worden. US-Truppen seien von Taliban-Kämpfern beschossen worden, sie hätten um Luftunterstützung gebeten. NATO-Flugzeuge hätten daraufhin zwei Wohnhäuser mit Zivilisten bombadiert. Ein Sprecher der ISAF sagte, man kenne die Vorwürfe und untersuche den Vorfall.
Die zivilen Opfer bei NATO-Angriffen lösen in der afghanischen Regierung und der Bevölkerung (verständlicherweise) Unmut und Wut aus. Ich denke mal, es wird wieder Proteste gegen die NATO geben, Demonstranten werden getötet, dann gibt es leider wieder einen Selbstmordanschlag bei dem NATO-oder Bundeswehrsoldaten sterben und so geht die Spirale der Gewalt weiter.

Vodpod videos no longer available.

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Im Norden Afghanistans hat es gestern in Taloqan auf den Sitz des Gouverneurs der Provinz Tachar einen Selbstmordanschlag gegeben, bei dem zwei Bundeswehrsoldaten getötet wurden. Dies bestätigte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. Fünf weitere Bundeswehrsoldaten wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Auch der Kommandant der ISAF-Truppe in Nordafghanistan, General Markus Kneip, wurde leicht verletzt. Die Soldaten seien im Gouverneursgebäude von Tachar gewesen, um mit den afghanischen Partnern nach den jüngsten Vorfällen, bei denen ein Bundeswehrlager angegriffen wurde, über die Sicherheit vor Ort zu sprechen. Der Attentäter, der nach Medienberichten zu den Sicherheitskräften gehörte, die das hochrangige Treffen schützen sollten, sprengte sich in die Luft, als die Teilnehmer des Treffens den Konferenzraum verlassen hätten. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Insgesamt kamen sieben Menschen bei dem Terroranschlag ums Leben, darunter der Polizeikommandeur für Nordafghanistan, Mohammed Daud Daud.
Es ist immer das gleiche Ritual:ein Bundeswehrsoldat stirbt in Afghanistan, unsere Politiker, die man lieber selbst dorthin schicken sollte, zeigen sich schockiert und dann passiert nichts, bis der nächste Soldat stirbt. Unsere Bundeswehrsoldaten sind Kanonenfutter in einem Krieg, der nicht zu gewinnen ist und nur die USA betrifft.

Vodpod videos no longer available.

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Schon wieder ein Grund warum unsere Bundeswehrsoldaten schleunigst aus Afghanistan abgezogen werden sollten. Bei einer gewaltsamen Demonstration vor einem Bundeswehr-Camp in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Taloqan sind nach offiziellen Angaben elf Afghanen getötet worden, 80 weitere Menschen sind verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich zwei deutsche Soldaten sowie vier afghanische Wachmänner. Die Bundeswehrsoldaten wurden verletzt, weil Demonstranten Handgranaten und Molotowcocktails warfen. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es sei unklar, ob deutsche Soldaten auf Demonstranten geschossen hätten. Auslöser der Proteste waren Vorwürfe gegen die ISAF, sie habe (wieder mal) vier Zivilisten getötet. Laut ISAF waren es Aufständische. Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Schah Dschahan Nuri wurden zwei Männer und zwei Frauen erschossen. „Ich verurteile aufs Schärfste diesen brutalen Angriff, bei dem Zivilisten getötet wurden“, sagte Nuri. Erneut hätten falsche Geheimdienstinformationen zum Tod unschuldiger Afghanen geführt.
Der Witz ist ja, daß die USA schon längst, sogar in Deutschland, mit den Taliban Geheimgespräche führen. Die wissen, daß man in Afghanistan nur verlieren kann.


(Quelle:Sueddeutsche.de)

Die Veröffentlichung von fast 92.000 US-Militärdokumenten durch WikiLeaks sorgt dafür,daß die geheimen Operationen militärischer US-Spezialeinheiten Publik werden.Ihre Aufgabe ist es,besonders gefährliche Anführer und Kämpfer der al-Qaida oder der Taliban gefangen zu nehmen oder umzubringen.Diese Kommandos dürfen ihre Gegner gezielt mit Angriffen aus der Luft,schweren Waffen am Boden oder durch Scharfschützen töten.Die Kenntnis der Bundesregierung über gezielte Tötungen sind,laut Regierungskreisen,äußerst begrenzt.Das kommt daher,daß die USA dazu keine Informationen herausgeben,auch nicht an die NATO.Tatsächlich unterstehen einige US-Spezialkräfte in Afghanistan nicht dem ISAF-Befehl oder dem Kommando der parallelen Militäraktion Operation Enduring Freedom,sondern direkt Kommandos in den USA.Die Zahl dieser US-Spezialkräfte,die unabhängig von der ISAF-Befehlsstruktur,aber auch vom US-Oberkommando in Afghanistan operieren,hat sich inzwischen verringert.Ihre Aufgabe war nach Auskunft hoher Offiziere in Kabul die Jagd auf Terroristen und auf die Anführer der aufständischen Gruppen.Bei diesen Einsätzen wurden immer wieder Zivilisten getötet,was die Afghanen gegen die ISAF aufbrachte.Dabei sah die im Herbst 2009 verabschiedete NATO-Strategie vor,zivile Opfer um fast jeden Preis zu vermeiden.Der damalige Oberbefehlshaber Stanley McChrystal bestand deshalb darauf,daß diese Einsatzkräfte ihm unterstellt werden oder zumindest nicht ohne sein Wissen aktiv werden dürfen.Dies geschah laut der ISAF-Führung Anfang 2010 tatsächlich.Allerdings gebe es,so ein hoher Offizier, „immer noch die eine oder andere Truppe“ außerhalb des ISAF-Rahmens.
Besonders brisant sind die Schriftstücke,die sich mit der bislang unbekannten Task Force 373 beschäftigen.Es handelt sich dabei um ein geheimes Kommando,das eine geheime Liste mit 2000 Zielpersonen abarbeitet,die sie töten oder gefangen nehmen sollen.Die Liste hat den technokratischen Namen JPEL (Joint Prioritized Effects List ).Die veröffentlichten Geheimdokumente belegen,daß geheime US-Einheiten in Afghanistan Taliban jagen und töten-und ihre Befehle aus dem Pentagon bekommen.Ein solcher Einsatz ist kaum von ISAF-Mandat und Völkerrecht gedeckt.Dem Guardian zufolge arbeitete diese Truppe zwar neben anderen Spezialeinsatzkräften,jedoch niemals mit anderen zusammen.So wussten nicht einmal andere in Afghanistan stationierte Soldaten von ihr.
Spiegel,Guardian und New York Times beschreiben anhand zahlreicher Einzelbeispiele,wie die Task Force verdächtige Personen jagte,gefangen nahm oder eliminierte. Besonders brisant sind jedoch die Belege,daß das Kommando 373 auch für den Tod zahlreicher Zivilisten verantwortlich ist.Ob Männer, Frauen,Kinder oder in einigen Fällen sogar afghanische Polizisten,die eigentlich auf derselben Seite stehen:Dem Kommando passierten bei seinen Killereinsätzen zahlreiche Fehler.Unklar ist,unter wessen Kontrolle die TF 373 stand.Angeblich nahm sie weder vom ISAF-Stab noch vom zentralen Einsatzkommando der USA,CENTCOM,ihre Befehle entgegen,sondern unterstand dem Pentagon.Dokumente,die die Existenz oder Einsätze der Task Force betreffen,waren daher nicht nur „streng geheim“-sie waren „noforn“.“Noforn“ ist die Abkürzung für „no foreign“,was bedeutet,daß diese Informationen innerhalb der Allianz nicht weitergegeben werden durften,sondern in amerikanischer Hand bleiben sollten.Nun jedoch können nicht nur die ausländischen Truppen Einzelheiten über das umstrittene Sondereinsatzkommando nachlesen-sondern jeder.Noch sind die Geheimdokumente auf WikiLeaks frei verfügbar.Ebenfalls verstörend sind Informationen über CIA-Operationen in Afghanistan.Der amerikanische Auslandsgeheimdienst hat offensichtlich seine paramilitärischen Operationen am Hindukusch stark ausgeweitet und scheint für zahlreiche Hinterhalte, Luftangriffe und Razzien verantwortlich zu sein. Außerdem soll die CIA bis 2008 den afghanischen Geheimdienst quasi als Nebenstelle betrieben haben-zumindest wurde er mit CIA-Mitteln finanziert und von US-Agenten geleitet.
Der New York Times,der Guardian und der Spiegel kommen bei ihren Analysen der Dokumente zum Ergebnis,daß die Informationen authentisch seien.