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Tag Archives: Diskriminierung

Heute ist der 19. Dezember – Gedenktag des Bundesrates für die Opfer des Völkermordes an den Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus. Dieser bildet den Kulminationspunkt einer langen Geschichte von Diskriminierung und Verfolgung. Die Zahl der Opfer wird zwischen 220.000 bis 500.000 geschätzt. Ab Februar 1943 wurde ein großer Teil der im Deutschen Reich lebenden Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert („Auschwitz-Erlass“).

 

 

Frauen genießen weltweit mehr Rechte als je zuvor, sind aber immer noch Opfer von Diskriminierung und Gewalt, vor allem im privaten Bereich. Das ist das Ergebnis des ersten Berichts der neuen UN-Behörde für Frauenangelegenheiten, UN Women, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.
186 Staaten hätten eine Konvention zur Verurteilung von Diskriminierung von Frauen und zur Verteidigung der Gleichberechtigung ratifiziert, aber beispielsweise Vergewaltigung in der Ehe werde in 127 Ländern nicht bestraft, und 61 Länder schränkten das Abtreibungsrecht ein. Millionen Frauen erlebten in ihrem Leben Gewalt, die meist vom Partner ausgehe, vielen werde die Kontrolle über den eigenen Körper sowie der Schutz vor Gewalt verweigert.   Rund 600 Millionen Frauen und damit mehr als die Hälfte der arbeitenden Frauen seien zudem in prekären Arbeitsverhältnissen und an unsicheren Stellen beschäftigt, die häufig nicht der Gesetzgebung unterliegen.
Fortschritte wurden laut dem UN-Bericht vor allem beim Wahlrecht erzielt, das inzwischen in fast allen Ländern der Welt auch für Frauen gilt. Vor hundert Jahren war dies lediglich in zwei Ländern der Fall. Bei politischen Entscheidungen übten Frauen einen größeren Einfluss denn je aus, was zu einer wachsenden Anerkennung der Frauenrechte führe.
Der 169-seitige Bericht trägt den Titel „Progress of the World“s Women: In Pursuit of Justice“ („Fortschrittsbericht zur Lage der Frauen auf der Welt: Im Streben nach Gerechtigkeit“). UN Women hatte erst im Januar die Arbeit aufgenommen, Voritzende ist die frühere chilenische Präsidentin Michelle Bachelet. Ziel der UN-Organisation ist die Förderung der Gleichberechtigung und mehr Rechte für die Frauen.

 

 

 

 

(Quellen:NZZ.Online, Der Westen.de, AFP)

(Quellen:Focus Online, Sueddeutsche.de, Zeit Online)
Das Organisationskomitee der Frauenfußball-WM 2011 hat für die Freilassung der in ihrer Heimat Iran inhaftierten Sportfotografin Maryam Majd appelliert. „Sowohl als OK-Chefin als auch ganz persönlich stehe ich immer und überall entschieden ein gegen jede Form von Diskriminierung und Unterdrückung. Deshalb bitte ich die Verantwortlichen im Iran eindringlich, Maryam Majd sofort frei und zur Frauen-WM 2011 in Deutschland ausreisen zu lassen. Hier ist sie herzlich willkommen“, sagte die frühere Nationalspielerin Steffi Jones.
Die Journalistin und Frauenrechtsaktivistin Majd war nach Angaben deutscher Journalistenverbände am 16. Juni, einen Tag vor ihrer geplanten Abreise zur WM nach Deutschland, in Teheran festgenommen worden. Sie hatte vom Weltverband FIFA bereits die Bestätigung für ihre Medien-Akkreditierung als Fotografin erhalten. Der Grund für ihre Festnahme: Majd hatte in ihrer Heimat über Frauensport berichtet und sich für Frauenrechte engagiert.

 

 

 

 

(Quellen:Focus Online, NZZ.Online, RheinPool)
In Bahrain ist die Jung-Dichterin Ayat al-Ghermezi von einem Staatssicherheitsgericht zu einer einjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Ayat al-Ghermezi hatte während der Pro-Demokratie-Proteste ein Gedicht verlesen, das zur „Verwerfung der Unterdrückung/Mit Frieden als unserem Mittel“ aufrief. Das Sondergericht in Manama erblickte darin ein «Schüren des Hasses gegen das herrschende System», berichtete die staatliche Nachrichtenagentur „BNA“.
Nach eigenen Angaben wurde die 20-jährige Ayat al-Ghermezi in der Untersuchungshaft geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert. Sie war am 30. März festgenommen worden, als sie sich den Behörden gestellt hatte. Zuvor hatten vermummte Einsatzpolizisten das Haus ihrer Eltern gestürmt und mit der Ermordung ihres Bruders gedroht, falls sie nicht bei der Polizei erscheine.

Im März hatten Demonstranten politische Reformen und ein Ende der Diskriminierung der schiitischen Bevölkerungsmehrheit unter dem sunnitischen Königshaus verlangt. Gegen die Demonstranten setzte das Regime brutale Gewalt ein, selbst Truppen aus dem Nachbarland Saudi-Arabien wurden eingesetzt. Dabei wurden mindestens 31 Menschen durch die Sicherheitskräfte getötet und Hunderte weitere verhaftet.
Am Samstag haben zum ersten Mal seit der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste im März wieder Tausende Menschen für Reformen demonstriert. Sie forderten unter anderem eine repräsentative, gewählte Regierung und eine unabhängige Justiz. Die Sicherheitskräfte griffen gegen die friedliche Demonstration nicht ein. Das Regime hatte am 1. Juni den Ausnahmezustand aufgehoben, den es nach der Unterdrückung der Proteste verhängt hatte.