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Tag Archives: Ausgangssperre

(Quelle:Tagesschau.de)
In Ägyptens Hauptstadt Kairo haben sich erneut Tausende Menschen zu neuen Protesten versammelt. Die Opposition hatte zum „Marsch der Millionen“ aufgerufen. Die Demonstranten fordern eine Woche nach Beginn der Proteste noch immer den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. Die von Vizepräsident Omar Suleiman in Aussicht gestellten Verfassungsreformen reichen der Opposition nicht aus. Auf Druck der
Proteste hatte Mubarak zuvor die Regierung teilweise umgebildet, aber
Schlüsselressorts wie Verteidigung und Äußeres bleiben unter der bisherigen Führung. Noch vor dem Ende der Ausgangssperre versammelten sich die Menschen auf dem Tahrir-Platz, dem Symbol der Massenproteste im Zentrum Kairos. Dort hatten viele Leute sogar die ganze Nacht ausgeharrt. Die ägyptische Armee kündigte an, keine Gewalt gegen die Demonstranten anzuwenden. Man erkenne die „Legitimität der Forderungen des Volkes“ an, sagte Militärsprecher Ismail Etman im Staatsfernsehen. Zur Behinderung der Anreise der Regimegegner haben die Sicherheitskräfte alle in die Hauptstadt führenden Straßen gesperrt, der öffentliche Nahverkehr wurde eingestellt. Alle innerstädtischen Schnellstraßen seien blockiert, so Sicherheitskreise. Der Bahnverkehr sei am zweiten Tag in Folge unterbrochen, so „Al Dschasira“. Zur Unterbindung der Kommunikation will die Regierung das Mobilfunknetz kappen.

 

 

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(Quelle:Tagesschau.de)
Die politische Revolte in Ägypten droht in Anarchie umzuschlagen. In Kairo versuchten in der Nacht Bürgerwehren erneut, Plünderer und Brandstifter abzuwehren. Schüsse waren zu hören. Im Zentrum der Stadt versammelten sich trotz Ausgangssperre Hunderte Menschen mit der Forderung nach einem Regimewechsel. Bei den Unruhen starben bisher mindestens 150 Menschen. Die Polizei hatte sich in den vergangenen Tagen zurückgezogen. Von heute an solle sie wieder für Ordnung sorgen, so der scheidende Innenminister Habib al-Adli. Das könnte als Hinweis darauf angesehen werden, daß das Mubarak-Regime das Chaos der vergangenen Tage bewußt in Kauf genommen hatte, wie in den Medien spekuliert wurde. Außerdem wurde der Beginn der Ausgangssperre auf 15:00 Uhr vorgezogen.
Nach Medienberichten hat Präsident Mubarak seinen neuen Regierungschef Ahmad Schafiq mit einem politischen Reformkurs beauftragt. Der Präsident sprach sich im ägyptischen Staatsfernsehen für einen „Dialog mit allen Parteien“ aus. Die Korruption müsse bekämpft werden und das Vertrauen in die Wirtschaft müsse wiederhergestellt werden. Friedensnobelpreisträger Mohammed el-Baradei (Bildmitte) erklärte sich zum Wortführer der Opposition. Vor Demonstranten in Kairo sagte er: „Ich habe den Auftrag von den politischen Kräften erhalten, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden“.  El-Baradei ignorierte am Sonntagabend das Ausgangsverbot und demonstrierte gemeinsam mit mehreren Tausend Menschen. Dabei forderte er den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. „Euch gehört diese Revolution. Ihr seid die Zukunft“, sagte der Ex-Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) el-Baradei auf dem Tahrir-Platz im Zentrum von Kairo. Unterdessen rief die Oppositionsbewegung für morgen zu einem Massenprotest auf. Die in Ägypten verbotene Muslim-Bruderschaft, die für eine Islamisierung des Landes eintritt, unterstützt el-Baradei. Deutsche Außenpolitiker haben vor dem Hintergrund der chaotischen Lage in Ägypten vor einer Machtübernahme durch islamische Fundamentalisten gewarnt.

 

 

 

Noch eine Anmerkung:in Sachen Fernsehberichterstattung über die Proteste im Nahen Osten hätte ich mehr erwartet,besonders von ARD und ZDF.Von den Privaten will ich gar nicht reden.Bei Anne Will gab’s gestern als Thema nur zu Guttenberg.Da hätte ich doch das Thema Ägypten bevorzugt.

 

 

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(Quellen:Tagesschau.de,taz.de)

In Ägypten scheint das Chaos zu regieren. Den wütenden Demonstranten reicht die Regierungsumbildung von Präsident Husni Mubarak nicht. Am Samstag hatte Mubarak Geheimdienstchef Omar Suleiman zu seinem Stellvertreter ernannt, neuer Premierminister wurde der frühere Luftfahrtminister Ahmad Schafiq. Trotz Ausgangssperre haben die Unruhen und Proteste gegen das Regime in der Nacht angedauert. Nach TV-Berichten waren allerdings weniger Menschen als zuvor auf der Straße. In Kairo schlossen sich junge Menschen zu Bürgerwehren zusammen, um Wohnviertel vor Plünderern und kriminellen Randalierern zu schützen, die ihr Unwesen treiben. Diese verwüsteten Geschäfte und Supermärkte, griffen Häuser an und setzten die Zentrale der Steuerbehörde in Brand. Die Plünderer griffen sogar Krankenhäuser an. Eine Kinderkrebsklinik wurde überfallen und ausgeraubt. Ärzte hatten Molotowcocktails hergestellt, um ein Hospital zu verteidigen. Die ägyptische Armee hat vor mehr als 10.000 Demonstranten im Zentrum
von Kairo Stärke gezeigt. Kampfflugzeuge überflogen den Tahrir-Platz im Tiefflug, während Soldaten mit mindestens 16 Fahrzeugen auf den Platz vorrückten. Das berichteten Augenzeugen, bevor um 16:00 Uhr Ortszeit wieder eine Ausgangssperre in Kraft trat. Zuvor soll das Fernsehen über Mubaraks Besuch in der Kommandozentrale der Streitkräfte berichtet haben. Desweiteren ist die Armee in Teile der Touristenhochburg Scharm El-Scheich am Roten Meer eingerückt und auch in Al-Arisch im Norden der Sinai-Halbinsel hätten Soldaten Stellung bezogen, so Augenzeugen. Laut Medienberichten hat die ägyptische Regierung den arabischen Fernsehsender „Al Dschasira“ verboten, der umfassend über die Unruhen in Ägypten berichtet hatte. Der scheidende Informationsminister Anas al-Fekki habe ein Arbeits-und Empfangsverbot für den Sender angeordnet, teilte die ägyptische Agentur „Mena“ mit. Al-Fekki habe die Lizenzen des Senders für ungültig erklärt. Auch die Akkreditierungen der Journalisten des Senders seien ab Sonntag ungültig. „Al Dschasira“ kritisierte dies als Zensur. Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben Präsident Mubarak und die Demonstranten zu Gewaltverzicht aufgerufen. In ihrer Erklärung forderten Merkel, Sarkozy und Cameron Mubarak auf, einen Transformationsprozeß einzuleiten. Das US-Außenministerium kritisierte die Regierungsumbildung in Ägypten als unzureichende Antwort auf die Proteste.

 

 

 
Der Westen und vor allem die Amerikaner sind pure . Es wird nur über Reformen geredet, nicht von Demokratie. Der Westen ist gar nicht an Veränderungen im Nahen Osten interessiert, nur der Status quo soll Aufrecht erhalten bleiben, sprich Mubarak soll gehalten werden mit aller Macht. Mubarak, der Verbündete im Kampf gegen Fundamentalisten. Nur, den wollen die Ägypter gar nicht mehr, aber was soll’s Die Amerikaner haben Ägypten Geld für Waffen gegeben, mit denen werden jetzt die Demonstranten getötet. Alles für einen geostrategischen Vorteil.
 

 

 

(Quelle:Tagesschau.de)

Die politische Lage in Ägypten ist spannend und angespannt. Bei der
Schnelligkeit wie sich die Dinge entwickeln, muß man wohl mehrmals
bloggen, um überhaupt aktuell zu sein. Deshalb hier ein kleines meinerseits.
Tausende Demonstranten versammelten sich in Kairo und anderen Städten. Viele forderten Präsident Mubaraks Rücktritt, aber auch einen gewaltlosen Wechsel.
Augenzeugen zufolge waren am Samstagmorgen an mehreren Stellen
in Kairo Schüsse zu hören. Laut Medienberichten versuchten 1000
Personen, das Innenministerium zu stürmen. Die Polizei habe das Feuer
auf die Demonstranten eröffnet. Mindestens 95 Menschen sollen bei den Unruhen in Ägypten seit Dienstag bislang ums Leben gekommen sein, so der arabische Nachrichtensender „Al Dschasira“.
Randalierer attackierten in der Nacht zum Samstag mehrere Hotels und
richteten Zerstörungen an. Trotz Ausgangssperre hatten Tausende
Ägypter die Proteste gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak
fortgesetzt.
Inzwischen ist das ägyptische Kabinett am heutigen Samstag zurückgetreten. Die über das Staatsfernsehen verbreitete Mitteilung
erfolgte wenige Stunden, nachdem Präsident Mubarak in einer Ansprache die Auflösung der Regierung von Ministerpräsident Ahmad Nasif angekündigt hatte. Er reagierte damit auf die Rücktrittsforderungen der Demonstranten.
Das Auswärtige Amt hat angesichts der Proteste in Ägypten seinen Reisehinweis aktualisiert und von Reisen in mehrere Städte abgeraten. Obwohl sich die Demonstrationen „nicht gegen Touristen“ richteten, werde „von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez “ abgeraten, hieß es am Samstag. Reisenden werde dringend empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden und die Medienberichterstattungen zu verfolgen. Einige Reiseveranstalter bieten Urlaubern seit Samstag kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten an.