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Tag Archives: Arabischer Frühling


(Samuel Aranda /Corbis/ The New York Times)

Der World Press Photo Award 2011 geht an den Spanier Samuel Aranda. Sein Bild ist die Aufnahme einer verschleierten jemenitischen Muslimin, die einen verletzten Verwandten im Arm hält. Die Aufnahme entstand am 15. Oktober 2011 in einer Moschee in Jemens Hauptstadt Sanaa am Rande einer Demonstration gegen den Präsidenten Ali Abdullah Salih. „Das Foto spricht für die gesamte Region“, begründete das Jurymitglied Koyo Kouoh die Auszeichnung. „Es steht für Jemen, Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien – einfach alles, was im „Arabischen Frühling“ passiert ist.“ Das Besondere an dem Foto sei, daß es eine private, intime Seite eines politischen Ereignisses zeige, aber auch eine Frau, die nicht nur fürsorgend, sondern auch aktiv ins Geschehen eingreife.

 

 

 

(Text-und Bild-Quelle:Spiegel.de)

Mein Respekt für diese gute Entscheidung: Der Friedensnobelpreis 2011 geht an drei Frrauenrechtlerinnen. Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, ihre Landsfrau Leymah Gbowee sowie Tawakkul Karman aus dem Jemen werden dieses Jahr ausgezeichnet. Die Jury begründete die Entscheidung mit dem Einsatz für die Rechte von Frauen. Sie erhalten den Preis „für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen für volle Teilnahme an friedensbildender Arbeit“. Komiteechef Thorbjørn Jagland begründete die Entscheidung in Oslo mit dem erfolgreichen Einsatz der beiden Frauen aus Liberia zur Beendigung des Bürgerkrieges in ihrem Land nach 13 Jahren. Karman widmete die Auszeichnung dem Arabischen Frühling. Der Preis sei eine Ehre für alle Araber, Muslime und Frauen, sagte sie dem Nachrichtensendersender Al Arabija. Alle Jemeniten freuten sich über den Preis.
Mit dieser Ankündigung endet dann die Nobelpreis-Woche. In den letzten Tagen waren die Preisträger in den Kategorien Physik (Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt, Adam Riess), Chemie (Dan Shechtman), Medizin (Ralph M. Steinman, Bruce Beutler, Jules Hoffmann) und Literatur (Tomas Tranströmer) bekanntgegeben worden. Der Friedensnobelpreis ist mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert. Er wird wie die anderen Nobelpreise traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) überreicht.

 

 

 

 

 

 

(Quelle:Tagesschau.de)

Der Arabische Frühling ist an Saudi-Arabien vorbeigezogen, dieses Regime dort unterdrückt noch immer die Menschen (Frauen z.B. dürfen dort nicht Auto fahren), es hat Truppen nach Bahrain geschickt, als dort die Menschen für Demokratie auf die Straße gegangen sind. Nun will unsere Regierung laut einem Spiegel-Bericht bis zu 200 Panzer dorthin verkaufen. Für mich wird damit das Engagement der Demokratiebewegung im Nahen Osten mit Füßen getreten. Schlimmer noch: diese Waffen könnten irgendwann gegen Demonstranten eingesetzt werden.
Der Spiegel berichtet, daß der Bundessicherheitsrat vergangene Woche den Export von 200 deutschen Panzern des Typs Leopard 2 an Saudi-Arabien grundsätzlich gebilligt hatte. Die Saudis haben Interesse an mehr als 200 Stück auf Basis der modernsten Leopard-Variante, dem Typ 2A7+. Kommt der Deal zustande, kann die deutsche Rüstungsindustrie mit einem Milliardengeschäft rechnen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat Saudi-Arabien bereits 44 Kampfpanzer aus Deutschland gekauft. Die Opposition fordert nun Aufklärung über den geplanten Verkauf. Regierungssprecher Steffen Seibert verwies in Berlin auf die „übliche und auch notwendige Geheimhaltung“ bei Exportgenehmigungen durch den Bundessicherheitsrat. Er fügte hinzu, daß die Bundesregierung bei ihren Entscheidungen auch die Interessen Israels im Blick habe.
In den vergangenen Jahrzehnten hatten die verschiedenen Bundesregierungen den Wunsch der Saudis nach dem Leopard 2 immer mit dem Hinweis auf eine Gefährdung Israels abgelehnt. Für das hochtechnisierte Israel ist eine saudische Panzertruppe inzwischen wohl keine Gefahr mehr.

 

 

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(Quellen:Tagesschau.de, N24.de, Spiegel Online)

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de)
Die USA werden bis zum Sommer nächsten Jahres 33.000 der 100.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten abziehen. Der Teilabzug werde
in zwei Schritten vollzogen. In einer Rede an die Nation hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, daß bis Ende diesen Jahres 10.000 US-Soldaten abgezogen werden, 23.000 sollen bis 2012 folgen. „Dies ist der Anfang und nicht das Ende unserer Anstrengungen diesen Krieg zu beenden“, so Obama. Obama sagte, daß die USA weiterhin weltweit Terroristen bekämpfen wollten. Der Gesamtumfang des Abzugs entspricht der Unterstützung, die der Präsident Ende 2009 nach Afghanistan geschickt hatte.
Abgeordnete der Republikaner und der Demokraten im US-Kongress haben Obamas Pläne zum Truppenabzug kritisiert. Den Demokraten geht der Abzug nicht weit und schnell genug, die Republikaner sehen die Erfolge
(wobei ich mir die Frage stelle: welche Erfolge) in Afghanistan durch einen ihrer Meinung nach übereilten Abzug gefährdet. Wegen der hohen Kriegskosten, der schwachen Wirtschaft und der riesigen Staatsverschuldung war Obama immer mehr unter Druck geraten, die Soldaten schnell nach Hause zu bringen.
Die USA und die ausländischen Truppen sind jetzt 10 Jahre in Afghanistan und was als Erfolg verkauft wird ist nichts als ein Witz. Für Afghanistan gibt es keine perfekte Lösung. Ich finde es besser, wenn alle US-Truppen und die ISAF komplett aus dem Land abziehen. Wenn die Taliban tatsächlich versuchen sollten, eine neue Schreckensherrschaft in Afghanistan zu errichten, hoffe ich, daß die Afghanen sich ein Beispiel an den Menschen in Tunesien oder Ägypten nehmen und die Taliban dann zum Teufel jagen. Der Arabische Frühling zeigt, daß die Menschen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen können und keine Besatzungstruppen brauchen.

 

 

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(Alltag: Frauen in Saudi-Arabien müssen mit dem Taxi fahren, wollen sie ohne ihre Männer unterwegs sein.Foto:„AP“)

(Quellen:n-tv.de, Spiegel Online, Stern.de)
Der „Arabische Frühling“ hat Saudi-Arabien bis jetzt noch nicht richtig erfasst. Aber am Freitag gab es dort so etwas wie ein zartes Pflänzlein. Dutzende Frauen beteiligten sich am „Tag des Autofahrens“ in Saudi-Arabien und setzten sich trotz eines Verbots hinter das Steuer.   Das Autofahren von Frauen ist hier bei uns ja selbstverständlich, aber in Saudi-Arabien ist es verboten. Genauer gesagt gibt es in dem Land kein Gesetz, daß Frauen das Fahren verbietet, aber nur eine als Fahrverbot interpretierte Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten. Frauen müssen sich entweder von den Männern aus ihrer Familie fahren lassen oder Chauffeure engagieren. Frauenrechtlerinnen in Saudi-Arabien hatten den 17. Juni zum „Tag des Autofahrens“ erklärt. Sie hatten Frauen aufgerufen, sich trotz des geltenden Frauenfahrverbotes ans Steuer eines Autos zu setzen und durch die Innenstadt von Riad zu fahren. Die Bewegung „Women2Drive“ will die Kampagne so lange fortsetzen, bis ein königliches Dekret den Frauen ausdrücklich erlaubt, sich selbst ans Steuer zu setzen.  Der König Abdullah ibn Abd al-Asis Al Saʿud selber unterstützt angeblich die Aufhebung des Fahrverbotes, macht diese jedoch von der Zustimmung der Allgemeinheit abhängig. Gestern
fuhren laut Augenzeugenberichten in der östlichen Hafenstadt Dammam
mehrere Frauen in Begleitung von Verwandten die Uferstraße entlang und auch in der Hauptstadt Riad, sowie auf der Schnellstraße zwischen Dschidda und Riad, waren nach Angaben von Aktivisten mehrere Autofahrerinnen unterwegs. Diese seien weder von der Polizei noch von der Religionspolizei belästigt worden.
Als Mann wünsche ich den Frauen in Saudi-Arabien mehr Gleichberechtigung. Und als Mann schäme ich mich, daß es auf dieser Welt Staaten gibt, in denen Frauen unterdrückt werden und keine Rechte haben.

 

 


(Foto:Nach Gefechten steigt Rauch vom jemenitischen Innenministerium in der Hauptstadt Sanaa auf.)

(Quelle:n-tv.de, taz.de)
Im Jemen hat die Luftwaffe von Präsident Ali Abdullah Salih nach Medienberichten einen Armeestützpunkt einer Eliteeinheit 75 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Sanaa bombardiert, der wenige Stunden zuvor von Aufständischen des oppositionellen Stammesscheichs Sadik al-Ahmar eingenommen worden war. Die Stammeskämpfer hatten den Stützpunkt angegriffen, um zu verhindern, daß Regimetruppen Verstärkungen nach Sanaa bringen. In der Hauptstadt liefern sich Regierungstruppen und Al-Ahmar-Milizen seit Montag heftige Gefechte. Die Salih-Verbände versuchen vergebens, die Residenz von Sadik al-Ahmar im Hasaba-Viertel zu stürmen. Bei den Kämpfen im Zentrum von Sanaa wurden bislang mehr als 100 Menschen getötet. In der Nacht zum Donnerstag starben nach Angaben des Verteidigungsministeriums 28 Menschen durch eine Explosion in einem Waffenlager. Auslöser der Kämpfe ist Salihs erneute Weigerung, ein Abkommen zu unterzeichnen, das seinen Rücktritt innerhalb eines Monats vorsieht. Im Jemen gibt es seit drei Monaten Demonstrationen gegen Salih, der seit mehr als 30 Jahren an der Macht ist.
Libyen, Syrien und der Jemen-das sind die Länder in denen sich der Arabische Frühling zum Bürgerkrieg entwickelt hat bzw.darauf zusteuert.

(Quellen:Tagesschau.de, Handelsblatt.com)
Gestern hat US-Präsident Barack Obama in einer Grundsatzrede den Arabischen Frühling gelobt. Die Menschen hätten für ihre universellen Menschenrechte gekämpft. In Bezug auf den verblichenen Al-Qaida-Chef Osama bin Laden sagte Obama, daß bin Laden ein Massenmörder gewesen sei und kein Märtyrer. Der Al-Qaida-Anführer habe eine mörderische und destruktive Vision verfolgt, die keine Freiheit für den Einzelnen vorsieht. Doch die Völker im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika hätten ihr Schicksal in die eigenen Hände genommen und dieser Ideologie eine Absage erteilt. Die Geschichte der Revolutionen könne nicht überraschen, da die Macht und der Reichtum in der Region äußerst ungerecht verteilt gewesen seien, sagte Obama. Zudem gebe es eine neue Generation, welche die Möglichkeiten der modernen Kommunikationswege nutze, um eine bessere Zukunft zu erreichen. Die friedlichen Demonstranten hätten in sechs Monaten mehr erreicht, als Terroristen in mehreren Jahrzehnten. In seiner Rede drängte Obama auf eine Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und den Palästinensern. Obama schlug vor, sich an den Grenzen aus dem Jahr 1967 zu orientieren. Gleichzeitig kritisierte Präsident Obama die Absicht der Palästinenser, bei der UNO einen eigenen Staat ausrufen zu lassen. Dumm nur, daß sowohl Israel als auch die Palästinenser von Obamas Rede enttäuscht sind. Das klingt nicht wirklich nach dem Willen zum Frieden.