überspringe Navigation

Tag Archives: Al-Sintan

Die in Libyen entführten vier italienischen Journalisten, drei Männer und eine Frau, sind wieder frei. Das bestätigte das italienische Außenministerium. Laut Corriere della Sera geht es den zwei Medienvertretern der Mailänder Zeitung Corriere della Sera, sowie deren Kollegen von La Stampa und Avvenire, gut. Sie wurden demnach von zwei jungen Männern befreit. Die Gruppe war am Mittwoch auf dem Weg von der Hauptstadt Tripolis nach Al-Sawija entführt worden. Dabei wurde der libysche Fahrer getötet. Verantwortlich dafür sollen Anhänger von Muammar al-Gaddafi sein. Dieser wurde zwei Tage nach der Erstürmung seiner Residenz Bab al-Asisija bisher noch immer nicht gefunden. Die Rebellen durchsuchen die Bunkeranlagen darunter, so der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira. Der Nationale Übergangsrat in Bengasi hatte gestern ein Kopfgeld von 1,7 Millionen Dollar auf Gaddafi ausgesetzt (was ich persönlich für widerlich halte). In Tripolis kam es weiter zu vereinzelten Gefechten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quellen:Tagesschau.de, N24.de)

In Libyen gibt es dramatische Entwicklungen was diesen verbrecherischen Angriffs-Krieg der NATO im Bündnis mit diesen obskuren Rebellen angeht. Nach blutigen Gefechten in der Hauptstadt Tripolis soll Staatschef Muammar al-Gaddafi angeblich Richtung Algerien geflohen sein. Bestätigt konnte diese Meldung aber offenbar nicht werden. Teile von Tripolis sollen bereits unter der Kontrolle der Rebellen sein. Dabei sollen sie unter anderem den Gebäudekomplex von Gaddafi belagern. In mehreren Stadtteilen kam es zu Gefechten und Explosionen. Heftig umkämpft ist die Luftwaffenbasis Mitaga in Tripolis, die in der Hand von Gaddafis Soldaten ist. Die NATO bombardierte erneut Ziele in Tripolis. Ein Vertreter des Nationalen Übergangsrats sagte, „die Stunde Null hat begonnen“. Laut dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira haben die Aufständischen Dutzende von Gaddafis Soldaten festgenommen, 123 Rebellen sollen getötet worden sein.
Regierungssprecher Mussa Ibrahim bestätigte die Zusammenstöße in der Hauptstadt. Sie seien jedoch nach etwa einer halben Stunde unter Kontrolle gebracht worden. „Tripolis ist friedlich und vollständig unter Kontrolle der Armee“, sagte er laut Al-Dschasira gegen Mitternacht (Ortszeit).
Gaddafi bezeichnete die Rebellen in einer Audiobotschaft als „Verräter“ und „Ratten“ und beschuldigte sie, Libyen zerstören zu wollen. In der von Al-Dschasira übersetzten Ansprache nannte Gaddafi die Vorgänge in Libyen eine Tragödie. Er bezichtigte europäische länder hinter dem libyschen Öl her zu sein. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy „will unser Öl“, sagte Gaddafi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de)

(Quellen:Tagesschau.de, Focus Online, Der Westen, ARD-Text 120/121/123, ZDF-Text 121, N24-Text 115)
Gewalt und kein Ende in Libyen– und es sind offenbar sowohl von libyschen Regierungstruppen als auch von den Koalitionstruppen Zivilisten getötet worden. Die Hauptstadt Tripolis ist auch in der Nacht und am Donnerstagmorgen das Ziel von Luftschlägen der Alliierten gewesen, die im Rahmen der Militäroperation „Odyssey Dawn“ („Odysee Morgendämmerung“) stattfinden, welche die UN-Resolution 1973 zur Einrichtung einer Flugverbotszone zum Schutz der Zivilisten vor Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi durchsetzen soll. In Tripolis waren Explosionen zu hören, Flugabwehrfeuer erleuchtete den Himmel. Der libysche Vizeaußenminister Chaled Kaaim sagte, Flugzeuge des Bündnisses hätten ein Treibstofflager getroffen. Laut dem US-Fernsehsender „CNN“ wurde nach libyschen Regierungsangaben am Morgen der Stadtteil Tadschura getroffen. Es gebe „eine beträchtliche Zahl von getöteten Zivilisten“, meldete die amtliche libysche Nachrichtenagentur „Dschana“. Nach Berichten von Zeugen und des libyschen Staatsfernsehens hatte der Beschuß einer Armeebasis im Gebiet von Tadschura, etwa 30 Kilometer östlich von Tripolis, gegolten. Laut „Dschana“ gab es drei Angriffe. Der dritte Beschuß sei erfolgt, als in dem Wohnviertel bereits Rettungsarbeiten anliefen. Das Staatsfernsehen berichtete außerdem von Angriffen auf Jafar, südwestlich von Tripolis. Die Allianz bombadierte auch Ziele in Sabha, 1000 Kilometer südlich von Tripolis. Aber auch die Gaddafi-Truppen haben gemordet. Trotz der Luftschläge gingen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen weiter. Aus Misrata, 210 km östlich von Tripolis, meldeten die Bewohner, daß das Krankenhaus der Stadt angegriffen worden sei. Panzer hätten die Klinik beschossen, zwei Menschen sollen dabei gestorben sein. Nach Augenzeugenberichten befanden sich Scharfschützen der Gadafi-Truppen in der Stadt, die auf Zivilisten geschossen hätten. Die Rebellen baten um die Entsendung eines Lazarettschiffs. Auch in der südwestlich von Tripolis gelegenen Stadt Al-Sintan soll es Tote gegeben haben. Die internationale Koaltion kündigte an, die Angriffe auf die Regierungstruppen bei Misrata und Adschdabiya zu verstärken. In Adschdabiya, 160 Kilometer südlich von der Hafenstadt Bengasi, soll durch die Luftangriffe ein militärisches Patt herrschen. Regierungspanzer hätten im Osten und Westen der Stadt Stellung bezogen.
US-Konteradmiral Gerard P. Hueber erklärte, daß Gaddafis Luftwaffe de facto ausgeschaltet sei. Keines seiner Flugzeuge sei in den letzten 24 Stunden aufgestiegen. „Die Flugzeuge wurden zerstört oder flugunfähig gemacht“, sagte er. Dann verstehe ich nicht, daß weiter Tripolis bombadiert wird. Damit geht man das Risiko ein, unschuldige Zivilisten zu töten. Wenn dieser Krieg dort unten vorbei ist, werden die UNO oder „Amnesty International“ oder wer auch immer hoffentlich lückenlos aufklären, wie viele Zivilisten von Gaddafis Soldaten und von dieser “Koalition der Willigen” ermordet wurden. Ich denke nur, der Krieg wird leider noch lange präsent sein. Wie lautet Erwerbsregel 34 der Ferengi: Da gibt es jetzt sicher einige Waffenhändler, die schon so richtig geil sind.

 

 

 


(Foto:NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen)

(Quellen:Tagesschau.de, FAZ.net, Focus Online, Spiegel Online, ARD-Text 123/124/125, ZDF-Text 120/124/127/129, N24-Text 114/115, RTL-Text 121)
Endlich muß man sagen, hat sich die NATO gestern nach tagelangem Streit dazu entschlossen, das vom UN-Sicherheitsrat in der Un-Resolution 1970 beschlossene Waffenembargo gegen Libyen durchzusetzen. Das teilte gestern NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mit. Schiffe und Flugzeuge würden eingesetzt, um Schiffe zu stoppen, wenn Verdacht gegen einen Verstoß gegen das Embargo besteht. Außerdem einigten sich die 28 Mitgliedsstaaten auf die Durchsetzung eines Flugverbots und beschlossen einen entsprechenden Operationsplan. Aber der Streit um das Kommando der Militäroperation „Odyssey Dawn“ („Odysee Morgendämmerung“) ist wohl noch nicht geklärt. Frankreich beansprucht die Führung, wenn die USA sie abgibt. In der NATO gibt es Stimmen für ein NATO-Kommando. Unterdessen hat unsere mutige Bundesregierung alle deutschen Kräfte aus den NATO-Bündnisoperationen im Mittelmeer zurückgerufen. Das betrifft zwei Fregatten und zwei Boote mit 550 Soldaten, die wieder unter nationale Führung gestellt würden, so ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Weitere 60 bis 70 Luftwaffensoldaten einer Aufklärungsmission würden auch abgezogen. Durch den Abzug der Truppen verhindert die Bundesregierung eine mögliche Beteiligung deutscher Soldaten bei der Umsetzung des Waffenembargos.
Offenbar gab es auch am Morgen wieder Luftangriffe der internationalen Koalition gegen die Streitkräfte des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Wie der US-Fernsehsender CNN berichtete, waren mehrere schwere Explosionen in der Hauptstadt Tripolis zu hören. Es habe aber anschließend kein Luftabwehrfeuer der Libyer gegeben. Unklar ist, wo genau die Explosionen sich ereignet haben. Die Regierungstruppen ihrerseits sind gestern trotz der Luftschläge weiter gegen die Aufständischen vorgegangen. Bei Gefechten in Misrata (210 Kilometer östlich von Tripolis) sollen in den vergangenen Tagen 40 Menschen getötet worden sein. „In Misrata ist ein Massaker im Gange“, beschrieb ein Sprecher der Rebellen die Lage. Und der arabische Fernsehsender „Al-Dschasira“ berichtete, daß Gaddafi-Truppen versucht hätten, die südwestlich von Tripolis gelegene Stadt Al-Sintan einzunehmen. Dabei seien auch schwere Waffen eingesetzt worden. Und Diktator Gaddafi hat sich auch siegessicher zu Wort gemeldet. In einer vom libyschen Staatsfernsehen übertragenen Rede versprach er vor jubelnden Anhängern, die Angreifer zurückzuschlagen. „Wir werden nicht aufgeben. Wir lassen uns nicht terrorisieren. Wir werden sie auf jeden Fall besiegen, auf kurz oder lang“, sagte er. Er hielt die Rede in der Kommandozentrale seiner Residenz Bab Al Asisija in der Nähe von Tripolis, die in der Nacht auf Montag von einem Marschflugkörper getroffen worden war. Kurz zuvor hatte die libysche Regierung nach Angaben von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon erneut einen Waffenstillstand angekündigt. Ban Ki Moon berichtete am Dienstagabend in Tunesien auf einer Pressekonferenz, der libysche Ministerpräsident Al Baghdadi Ali al-Mahmoudi habe ihn angerufen und darüber unterrichtet.
Libyen hatte erst am Freitag, kurz nach der Verabschiedung der UN-Resolution 1973 zur Einrichtung einer Flugverbotszone, welche die Zivilbevölkerung vor Angriffen der Gaddafi-Truppen schützen soll, eine sofortige Feuerpause angekündigt, die Angriffe aber fortgesetzt. Diese Feuerpause wird wohl auch nicht eingehalten werden. Das Deutschland sich nicht mal am NATO-Embargo beteiligt ist beschämend. Die Wahrscheinlichkeit da in Kämpfe verwickelt zu werden ist doch gering. Auch wenn dieses Embargo wohl nur eine symbolische Geste der NATO ist. Gaddafi hat wohl noch genug Waffen.