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Tag Archives: Al-Sawija

Die in Libyen entführten vier italienischen Journalisten, drei Männer und eine Frau, sind wieder frei. Das bestätigte das italienische Außenministerium. Laut Corriere della Sera geht es den zwei Medienvertretern der Mailänder Zeitung Corriere della Sera, sowie deren Kollegen von La Stampa und Avvenire, gut. Sie wurden demnach von zwei jungen Männern befreit. Die Gruppe war am Mittwoch auf dem Weg von der Hauptstadt Tripolis nach Al-Sawija entführt worden. Dabei wurde der libysche Fahrer getötet. Verantwortlich dafür sollen Anhänger von Muammar al-Gaddafi sein. Dieser wurde zwei Tage nach der Erstürmung seiner Residenz Bab al-Asisija bisher noch immer nicht gefunden. Die Rebellen durchsuchen die Bunkeranlagen darunter, so der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira. Der Nationale Übergangsrat in Bengasi hatte gestern ein Kopfgeld von 1,7 Millionen Dollar auf Gaddafi ausgesetzt (was ich persönlich für widerlich halte). In Tripolis kam es weiter zu vereinzelten Gefechten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quellen:Tagesschau.de, N24.de)

(Quellen:ZDF-heute.de, N24.de, n-tv.de)
In Libyen sind die Rebellen offenbar in die Hafenstadt Al-Sawija, etwa 50 Kilometer der Hauptstadt Tripolis, vorgedrungen und haben sich dort Gefechte mit Regierungstruppen geliefert. Die Küstenstraße nach Tunesien war dadurch blockiert, berichten „Reuters“-Mitarbeiter, die sich in der Gegend aufhalten. Auf der Straße seien nur Soldaten, Polizisten und bewaffnete Zivilisten unterwegs. Nach Angaben eines Rebellen-Sprechers in London kontrollieren die Aufständischen einen großen Teil des Westens der Stadt. Es sollen die ersten größeren Gefechte in dem Ölhafen sein, seit Regierungstruppen die Rebellen dort im März besiegt hatten.
Nach Medienberichten hat die Türkei dem libyschen Staatschef Muammar al-Gaddafi Unterstützung bei einem Gang ins Exil angeboten. Gaddafi habe bislang allerdings „leider nicht geantwortet“, sagte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan. Gaddafi habe „keine andere Wahl als das Land zu verlassen“, sagte Erdogan im türkischen Fernsehen. Die Türkei habe ihm die „Garantie“ gegeben, ihm dabei behilflich zu sein, an den Aufenthaltsort seiner Wahl zu kommen.
Gaddafi seinerseits hat dem US-Kongress einen Brief geschrieben. Das US-Außenministerium erklärte, es habe von dem Brief gehört, ihn aber bisher nicht gesehen. In dem Schreiben soll Gaddafi seine Bereitschaft bekundet haben, über einen Waffenstillstand zu verhandeln. „Lasst uns die Zerstörung beenden und Verhandlungen aufnehmen, um eine friedliche Lösung für Libyen zu finden“, zitieren Medien aus dem Schreiben. Libyen dürfe „nicht wieder von Europäern kolonisiert werden“. Dazu soll Gaddafi die Kritik des Kongresses an US-Präsident Barack Obama wegen der NATO-Angriffe gelobt haben. Er habe die Überlegungen über die Beteiligung der USA an den NATO-Luftangriffen „mit großem Interesse“ verfolgt, zitiert die Nachrichtenagentur „AFP“ aus dem Brief Gaddafis. Er sei „zuversichtlich, dass die Geschichte die Weisheit Ihres Landes bei der Debatte über diese Themen erkennen“ werde. „Ich möchte meine aufrichtige Dankbarkeit für Ihre nachdenkliche Diskussion der Fragen zum Ausdruck bringen“, zitiert die „New York Times“ aus dem dreiseitigen Brief. „Wir bauen auf den Kongress der USA, daß er weiterhin die militärischen Aktivitäten der NATO und ihrer Verbündeten untersucht…“ Die Reaktion der USA auf Gaddafis Schreiben dürfte wohl klar sein:  
Ein Sprecher von John Boehner, dem Präsidenten des US-Repräsentantenhauses, nannte das Schreiben wirr. „Wenn dieser inkohärente Brief echt ist, bestärkt er nur darin, daß Gaddafi gehen muss.“

(Quellen:Tagesschau.de, Spiegel Online, Focus Online, ARD-Videotextseiten 128/129, ZDF-Videotextseite 128)
Nicht nur in Japan ist die Nachrichtenlage sehr dramatisch, sondern auch in Libyen, wo die Streitkräfte von Staatschef Muammar al-Gaddafi die Aufständischen unter Druck setzen. Sie haben im libyschen Staatsfernsehen die Rebellen in der Hafenstadt Bengasi, die im Nordosten des Landes liegt und eine Hochburg der Regimegegner ist, aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Die Einwohner sollten sich ab Mitternacht (23:00 Uhr MEZ) aus Gegenden raushalten, in denen sich Bewaffnete aufhielten und Waffen gelagert seien, berichtet der Fernsehsender „Al-Libya“. Die Regierungstruppen seien auf dem Weg in Richtung Bengasi.Diktator Gaddafi sagte in einem Interview mit einem libanesischen Fernsehsender, daß er keine Kämpfe um Bengasi erwarte.
Einwohner von Bengasi meldeten, daß die Lage vorerst trotz dieses Ultimatums ruhig bliebe. Gestern wurde die ostlibysche Stadt Adschdabiya offenbar von Gaddafi-Truppen pausenlos beschossen, um die Regierungsgegner dort zu vertreiben. Nach Angaben von Vize-Außenminister Chaled Kaaim ist Adschdabiya wieder unter der Kontrolle der Regierungstruppen. Bereits am 7. März soll die libysche Hafenstadt Al-Sawija (etwa 50 Kilometer westlich der Haupstadt Tripolis), wo Regimegegner tagelang erbitterten Widerstand geleistet hatten, von Regierungssoldaten überrollt worden sein. Unbestätigten Berichten zufolge verschleppte der Geheimdienst Gaddafis nach dem Fall der Stadt zahlreiche Regimegegner, unter ihnen auch Zivilisten. Unter Einsatz von schweren Waffen und Kampfflugzeugen brachten Regierungstruppen am 11. März den strategisch wichtigen Ölhafen Ras Lanuf wieder unter ihre Kontrolle. Die Kämpfe um den Mittelmeerhafen waren tagelang mit wechselndem Erfolg geführt worden. Auch die ostlibysche Hafenstadt Brega wurde am 13. März von Gaddafi-Truppen besetzt. Vorher war die Stadt schweren Artillerie-und Luftangriffen ausgesetzt gewesen. Eine Offensive von Regimetruppen in der libyschen Hafenstadt Misrata (etwa 210 Kilometer östlich von Tripolis) schlugen die Rebellen gestern nach eigenen Angaben zurück. Vier Menschen seien getötet worden. Einwohner von Misrata berichteten, heute seien die Kommunikationsverbindungen unterbrochen worden und Gaddafis Einheiten hätten mit dem Beschuss der Stadt begonnen. Misrata werde von drei Seiten mit Panzern und Artillerie beschossen. Den Truppen von Staatschef Gaddafi sei es aber bislang nicht gelungen, ins Zentrum einzudringen. Auf Webseiten, die den Aufständischen nahe stehen, berichteten sie, daß sich eine Einheit der Regierungstruppen in der ostlibyschen Hafenstadt Tobruk ergeben habe.
Der UNSicherheitsrat hat noch keine Entscheidung über die Einrichtung einer Flugverbotszone in Libyen getroffen. Laut Diplomaten soll es aber einen Resolutionsentwurf geben. An dem Antrag könnten die 15 Mitglieder noch Änderungen vornehmen. Eine Abstimmung darüber könnte es noch heute geben. Der Text wird von Frankreich und Großbritannien unterstützt. Darin wird die Schaffung einer Flugverbotszone gefordert, um die Zivilisten zu schützen. Deutschland steht dem Vorhaben ablehnend gegenüber.

 

 

Während sich die Weltpresse auf die Katastrophe in Japan konzentriert, nutzt Gaddafi die Gunst der Stunde und lässt den Aufstand niederwalzen. Dem Westen kommt das wohl gelegen. Gaddafi ist ja ein wichtiger Verbündeter.