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Daily Archives: Januar 29th, 2011

(Quelle:Tagesschau.de)

Die politische Lage in Ägypten ist spannend und angespannt. Bei der
Schnelligkeit wie sich die Dinge entwickeln, muß man wohl mehrmals
bloggen, um überhaupt aktuell zu sein. Deshalb hier ein kleines meinerseits.
Tausende Demonstranten versammelten sich in Kairo und anderen Städten. Viele forderten Präsident Mubaraks Rücktritt, aber auch einen gewaltlosen Wechsel.
Augenzeugen zufolge waren am Samstagmorgen an mehreren Stellen
in Kairo Schüsse zu hören. Laut Medienberichten versuchten 1000
Personen, das Innenministerium zu stürmen. Die Polizei habe das Feuer
auf die Demonstranten eröffnet. Mindestens 95 Menschen sollen bei den Unruhen in Ägypten seit Dienstag bislang ums Leben gekommen sein, so der arabische Nachrichtensender „Al Dschasira“.
Randalierer attackierten in der Nacht zum Samstag mehrere Hotels und
richteten Zerstörungen an. Trotz Ausgangssperre hatten Tausende
Ägypter die Proteste gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak
fortgesetzt.
Inzwischen ist das ägyptische Kabinett am heutigen Samstag zurückgetreten. Die über das Staatsfernsehen verbreitete Mitteilung
erfolgte wenige Stunden, nachdem Präsident Mubarak in einer Ansprache die Auflösung der Regierung von Ministerpräsident Ahmad Nasif angekündigt hatte. Er reagierte damit auf die Rücktrittsforderungen der Demonstranten.
Das Auswärtige Amt hat angesichts der Proteste in Ägypten seinen Reisehinweis aktualisiert und von Reisen in mehrere Städte abgeraten. Obwohl sich die Demonstrationen „nicht gegen Touristen“ richteten, werde „von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez “ abgeraten, hieß es am Samstag. Reisenden werde dringend empfohlen, Menschenansammlungen zu meiden und die Medienberichterstattungen zu verfolgen. Einige Reiseveranstalter bieten Urlaubern seit Samstag kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten an.

 

 

 

(Quelle:Tagesschau.de)

Trotz einer Ausgangssperre haben Tausende Ägypter in der Nacht ihre Proteste gegen das Regime von Präsident Husni Mubarak fortgesetzt. Mubarak war es in seiner ersten TV-Ansprache seit Beginn der Unruhen am Dienstag nicht gelungen, die Lage zu beruhigen. Der 82-jährige kündigte an, eine neue Regierung einsetzen zu wollen, selbst aber im Amt zu bleiben.
Zudem versprach er „neue Schritte hin zu mehr Demokratie“ sowie bessere Lebensstandards. Im Fernsehen sagte er: „Wir müssen vorsichtig sein, daß kein Chaos ausbricht, denn dadurch entsteht keine Demokratie“.
Das Vorgehen gegen die Demonstranten verteidigte er. Diese forderten
nach der Rede weiter den Rücktritt des Präsidenten. „Mubarak muß das Land verlassen“, skandierten Regierungsgegner.
Vor Mubaraks Fernsehansprache waren die Proteste eskaliert. In Kairo zündeten Demonstranten die Zentrale der Regierungspartei NPD an. Viele Polizeiwachen wurden in Brand gesteckt, Polizeifahrzeuge wurden demoliert. Die Armee umstellte das Ägyptische Museum in Kairo, um es vor Plünderungen zu schützen. Bei schweren Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in mehreren Städten gab es mindestens 13 Tote und mehr als 1000 Verletzte.
USPräsident Barack Obama hat Präsident Mubarak zu „konkreten Schritten“ für mehr Freiheit aufgefordert. Es müße politische, soziale und wirtschaftliche Reformen geben. Der Zugang zum Internet müße wiederhergestellt werden. Um den Informationsfluß unter den Demonstranten zu behindern, hatten die ägyptischen Behörden offenbar Internet und Mobilfunk gestört. Das Weiße Haus hatte zuvor erklärt, die USA erwägen, eine
Kürzung der Auslandshilfe von jährlich 1, 5 Milliarden Dollar, sollte Mubarak keine entsprechenden Schritte einleiten.

Mich erinnern die Ereignisse im Nahen Osten an den Herbst 1989, als die Diktaturen im Ostblock zusammengebrochen sind und offenbar bin ich nicht der einzige, der diese Assoziation hat. Wenn die USA und die anderen westlichen Länder diese Diktatoren nicht als Verbündete im Kampf gegen den Terror unterstützten, dann gäbe es keinen Terrorismus. Diese Despoten unterdrücken ihre Bevölkerungen, welche dann den Fundamentalisten nachlaufen und mit denen sympathisieren. Vor allen Dingen die jungen Leute wollen Lumpen wie Mubarak oder Ben Ali weghaben, weil sie unter diesen Regimen keine Perspektiven sehen. Vielleicht ist meine Rechnung ja zu einfach, aber keine Diktatoren im Nahen Osten=keine Terroristen. Wir können doch nicht nach Afghanistan gehen und dort von Freiheit und Demokratie schwafeln und gleichzeitig Typen wie Mubarak helfen.

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