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Schlagwort-Archive: Kriegsverbrechen

-Massaker von My Lai – war ein Kriegsverbrechen von US-Soldaten, das 1968 während des Vietnamkrieges in dem südvietnamesischen Gemeindeteil Mỹ Lai des Dorfs Sơn Mỹ, genannt My Lai 4, begangen wurde.
Am 16. März 1968 hatte eine Gruppe US-Soldaten der 11. Infanterie-Brigade von Task Force Barker unter Leitung des Lieutenant Colonel Frank A. Barker den Auftrag, Mỹ Lai, Dorf Sơn Mỹ, Kreis Sơn Tịnh, Provinz Quảng Ngãi einzunehmen und nach Guerilleros des Vietcong zu durchsuchen, da die Bewohner, aus Sicht des US-Militärs, als potenzielle Unterstützer des Vietcong galten. Die Soldaten vergewaltigten Frauenund ermordeten fast alle Bewohner des Dorfes: 503 Zivilisten, davon 182 Frauen, 172 Kinder, 89 Männer unter 60 Jahren und 60 Greise. Es wurden sogar sämtliche Tiere getötet. Kaum ein Soldat verweigerte den Befehl zum Mord. Lediglich der US-Hubschrauberpilot Hugh Thompson zwang die Soldaten durch die Drohung, seine Bordschützen Glenn Andreotta und Lawrence Colburn mit dem MG auf sie feuern zu lassen, elf Frauen und Kinder zu verschonen, die er in Sicherheit brachte. Für ihr Eingreifen wurde die Hubschrauberbesatzung ausgezeichnet; die Ehrungen wurden dreißig Jahre später zur Soldier’s Medal aufgewertet.
-US-Journalist Terry Anderson wurde 1985 in Beirut/Libanon von pro-iranischen Schiiten entführt. Anderson, bis zu seiner Entführung Bürochef der Nachrichtenagentur “Associated Press” in Beirut, wurde dort 1985 aus seinem Auto heraus von drei bewaffneten Männern verschleppt. Von den westlichen Geiseln in der Gewalt libanesischer Schiiten war er am längsten eingesperrt (er wurde am 4. Dezember 1991 wieder freigelassen).
-William F. Buckley (ein Offizier der US-Armee und operierender Agent der Central Intelligence AgencyCIA) wurde 1984 von der islamischen Gruppe “Heiliger islamischer Krieg” entführt, während er als CIA-chief of station in Beirut arbeitete. Er wurde das Opfer von Folter und Verhören in einer 444 Tage andauernden Behandlung in den Händen seiner Entführer. Buckley starb in der Gefangenschaft in Beirut nach Krankheit und Misshandlung. Seine Leiche wurde 1991 an einer Zufahrtsstrasse zum Flughafen Beirut gefunden und Ende des Jahres in die Vereinigten Staaten überführt.
-US-Wissenschaftler und Raketenpionier Robert Goddard startete 1926 in Auburn/Massachusetts erfolgreich eine Flüssigkeitsrakete (mit flüssigem Treibstoff befeuerte Rakete). Obwohl diese Rakete nur 2,5 Sekunden in der Luft war, lediglich 50 m weit und nur knapp 14 m hoch flog, bewies diese, daß Goddards Raketenträume Wirklichkeit werden können.
-der US-Schauspieler Jerry Lewis wurde 1926 in Newark/New Jersey geboren.

 

 

Joseph Kony ist der Anführer der Lord’s Resistance Army („Widerstandsarmee des Herrn“, LRA), einer Rebellengruppe, die die Zivilbevölkerung im Norden Ugandas terrorisiert und der Regierung Ugandas unter Yoweri Museveni den Krieg erklärt hat, mit dem Ziel, ein theokratisches Herrschaftssystem in Uganda einzuführen, das auf den Zehn Geboten basiert. Die von Kony angeführte Lord’s Resistance Army hat geschätzte 66.000 Kinder entführt und zu Soldaten gemacht und ist für die interne Vertreibung von 2 Millionen Menschen verantwortlich. Nach fast 20 Jahren Terror wurden 2004 die Ermittlungen beim Internationalen Strafgerichtshof eingeleitet. Der Haftbefehl gegen Joseph Kony nennt 33 Anklagepunkte, darunter:

zwölf Punkte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit (vorsätzliche Tötung; Versklavung; sexuelle Sklaverei; Vergewaltigung; unmenschliche Handlungen: schwere Verletzungen der körperlichen und geistigen Gesundheit) und einundzwanzig Punkte wegen Kriegsverbrechen (vorsätzliche Tötung; grausame Behandlung von Zivilpersonen; vorsätzliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung; Plünderung; Anstiftung zur Vergewaltigung; Zwangsrekrutierung von Kindern).

Bisher schaffte es die Armee immer wieder, sich in entlegene Gebiete des Kongo, Zentralafrikas oder des Sudans zurückzuziehen. Ende 2011 schickte US-Präsident Barack Obama 100 Soldaten nach Uganda, um die dortige Armee bei der Jagd nach Kony unterstützen.

 

 

 

 

 

 

(Quellen:Wikipedia, Greenpeace-Magazin.de)

-das Valentinstag-Massaker 1929-so bezeichnet man die Erschießung von sieben Personen am 14. Februar 1929, die Teil eines Bandenkrieges in Chicago war. Es wurden sieben Mitglieder bzw. Assoziierte aus dem Umfeld der North Side Gang erschossen. Obwohl keine Prominenten unter den Opfern waren, erlangte die Tat auf Grund ihrer Brutalität große Aufmerksamkeit in den Medien.
-Irans Staatschef Ajatollah Khomeini verurteilte 1989 den indisch-britischen Schriftsteller Salman Rushdie mittels einer Fatwa zum Tode. Begründet wurde diese Fatwa damit, Rushdies Buch “Die satanischen Verse” sei „gegen den Islam, den Propheten und den Koran“. Khomeini rief die Moslems in aller Welt zur Vollstreckung auf. Religiöse Autoritäten in Saudi-Arabien und die Scheiks der berühmten ägyptischen Al-Azhar-Moschee verurteilten die Fatwa als illegal und dem Islam widersprechend. Dies begründeten sie anhand der Tatsache, daß die Scharia es nicht gestatte, einen Menschen ohne ein Gerichtsverfahren zum Tode zu verurteilen und es außerdem außerhalb der islamischen Welt (bzw. Staaten, in denen die Scharia angewendet wird) sowieso keine Rechtskraft habe. Auf der Islamischen Konferenz im März 1989 haben alle Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz (Iran ausgeschlossen) der Fatwa widersprochen.
-Slobodan Milošević (ein jugoslawisch-serbischer Politiker, von 1989 bis 1997 Präsident Serbiens und von 1997 bis 5. Oktober 2000 Präsident der Bundesrepublik Jugoslawien) begann 2002 vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag/Niederlande seine Verteidigung gegen die Anklage der Kriegsverbrechen. Milošević erkannte das Gericht nicht als legitim an. Ihm wurde erlaubt, sich selbst zu verteidigen.
-Klon-Schaf Dolly starb 2003. Dolly war das erste Säugetier, das durch ein Klonierungsverfahren gezeugt wurde, bei dem ausdifferenzierte, adulte Zellen als Spender der Erbinformation dienen.

 

 

-das Weihnachtsgedicht “A Visit from St. Nicholas” (auch bekannt als “The Night Before Christmas”) wurde erstmals 1823 anonym in der Zeitung “Troy Sentinel” veröffentlicht, früher wurde es meist Clement Clarke Moore zugeschrieben, heute gelegentlich Major Henry Livingston Jr., aber auch diese Zuschreibung ist nicht völlig gesichert.
-Tōjō Hideki, ein General der japanischen Armee und der 40. Premierminister Japans vor und während des 2. Weltkriegs, wurde 1948 im Sugamo-Gefängnis in Toshima gehängt. Tōjō Hideki wurde nach dem Krieg vom Internationalen Militärtribunal für den Fernen Osten wegen wegen Kriegsverbrechen angeklagt und schuldig gesprochen wegen Führung von Aggressionskriegen gegen China, die USA, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Frankreich sowie wegen unmenschlicher Behandlung von Kriegsgefangenen. Am 12. November 1948 wurde er zum Tode verurteilt.
-Joseph Smith, Jr., der Gründer der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, auch: Mormonen), wurde 1805 in Sharon im Windsor County (im US-Bundesstaat Vermont) geboren.
-Nordkorea ließ 1968 die Besatzung des US-Marine-Aufklärungsschiffs USS Pueblo (AGER-2) frei. Die USS Pueblo wurde am 23. Januar 1968 durch die nordkoreanische Marine gekapert. Es befindet sich noch heute im Besitz Nordkoreas und ist damit das weltweit einzige Schiff der US-Marine, das sich in den Händen einer fremden Macht befindet. Nach der USS Philadelphia im Jahr 1803 und dem Kanonenboot USS Wake, welches am 8. Dezember 1941 im Hafen von Shanghai von japanischen Soldaten besetzt wurde, ist die USS Pueblo das dritte von einer feindlichen Macht gekaperte Schiff der US-Marine.
-das Experimentalflugzeug Rutan Voyager (Registrierung N269VA), von Burt Rutan entwickelt, vollendete 1986 die erste Nonstop-Weltumrundung. Der Bruder des Konstrukteurs, Dick Rutan, und Jeana Yeager starteten am 14. Dezember 1986 um 08:01 Ortszeit von der Edwards Air Force Base mit diesem Flugzeug zur ersten Nonstop-Weltumrundung ohne Auftanken und Zwischenlanden. Sie flogen in neun Tagen, drei Minuten und 44 Sekunden eine Strecke von 42.120 Kilometern, wobei die FAI nur 40.212 Kilometer der Strecke anerkannte. Nach Ende des Rekordflugs verblieben noch lediglich 32 l Treibstoff im Haupttank.
-die US-Schauspielerin Susan Lucci wurde 1946 in Scarsdale/Westchester County (New York) geboren.

 

 


(Einfahrt zum Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau)

“For your benefit, learn from our tragedy. It is not a written law that the next victims must be Jews. It can also be other people.”Simon Wiesenthal

“It is deeply shocking and incomprehensible to me that despite volumes of documentation and living witnesses who can attest to the horrors of the Holocaust, there are still those who would deny it.”Mark Udall

Nie wieder darf so etwas passieren. Ich empfinde Scham und Entsetzen beim Ansehen der Videos.

 

 

 

 

 

 

 

 


Eine wichtige Nachricht aus dem Libyen-Krieg. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf sowohl Truppen des flüchtigen Ex-Staatschefs Muammar al-Gaddafi als auch den Rebellen Folter vor und forderte die Anerkennung der Rechte von Gefangenen. So hätten Insassen in dem berüchtigten Gefängnis Abu Salim in Tripolis über Vergewaltigung und Folter zu Zeiten berichtet, als die Haftanstalt noch vom Gaddafi-Regime kontrolliert worden sei. Aber auch jetzt, nach Machtübernahme der Rebellen, habe eine Delegation vor Ort 125 Menschen in einer überfüllten Zelle angetroffen, in der die Gefangenen kein Platz gehabt hätten, sich zu bewegen. Zudem hätten die Rebellen schwarze Einwanderer festgenommen und geschlagen, weil sie vermuteten, daß es sich um Söldner handle. Ein Reporter des britischen Senders BBC berichtete über 17 Leichen von offenbar gefolterten und erschossenen Rebellen, die in ein Krankenhaus im Bezirk Mitiga eingeliefert worden seien. Ein Arzt habe angegeben, die Männer seien in einer Schule, die von den Gaddafi-Truppen als vorübergehendes Gefängnis genutzt worden sei, gefoltert und dann getötet worden. Aber auch Gaddafi-Kämpfer scheinen Opfer von Erschießungen geworden sein. Ein anderer Korrespondent der BBC entdeckte im Zentrum von Tripolis zwei Leichen von Gaddafi-Kämpfern, deren Hände auf dem Rücken zusammengebunden waren. Und ein AP-Korrespondent berichtet von etwa zwei Dutzend Leichen, die verstreut auf einer Grasfläche lagen, wo Gaddafi-Anhänger über Monate hinweg kampiert hatten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de)


(Das Regime zeigte ausländischen Journalisten das angeblich von der NATO zerstörte Haus. Foto:“AP”)

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Wichtige Nachrichten aus Libyen über den Krieg. Offenbar hat die NATO bei einem Luftschlag auf die Hauptstadt Tripolis am Samstag auch ein Wohnhaus bombadiert. Dabei wurden mehrere Zivilisten getötet. Die NATO hat das eingeräumt.

Ein Geschoss habe nicht “das geplante Ziel getroffen”, teilte die NATO mit. “Obwohl wir die Einzelheiten des Zwischenfalls noch ermitteln, scheint es so, daß ein Fehler in einem Waffensystem diesen Zwischenfall verursacht hat”, heißt es in einer Erklärung des Oberbefehlshabers des NATO-Libyen-Einsatzes, General Charles Bouchard. “Die NATO bedauert den Verlust unschuldiger Menschenleben.” Der Angriff galt der NATO zufolge einem Raketenlager. Die libysche Regierung warf der NATO vor, ein Wohngebiet in Tripolis angegriffen zu haben. Dabei seien mindestens neun Menschen getötet worden, unter ihnen zwei Kinder, erklärte die Regierung.
Bereits am Samstag hatte sich die NATO für einen versehentlichen Beschuss der libyschen Rebellen entschuldigt. Nach NATO-Angaben wurden mehrere Militärfahrzeuge in der Nähe der ostlibyschen Hafenstadt Brega von NATO-Flugzeugen beschossen. Die Fahrzeuge seien als Gefahr für die Zivilbevölkerung eingestuft worden. “Wir bedauern den möglichen Verlust von Menschenleben bei diesem unglückseligen Zwischenfall”, hieß es weiter. Nach Rebellen-Angaben waren 16 Aufständische verletzt worden.
Die NATO wollte in Libyen die UN-Resolution 1973 zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Gaddafi-Truppen umsetzen. Die NATO bringt aber selbst Zivilisten um. darum ist dieser ganze Einsatz nur noch absurd und verbrecherisch. Saif al-Islam al-Gaddafi, einer der Söhne von Staatschef Muammar al-Gaddafi, hatte in einem Interview vorgeschlagen, in Libyen international überwachte Wahlen abzuhalten. Dieser Vorschlag wurde von den USA einfach so zurückgewiesen. Lieber will die NATO noch mehr unschuldige umbringen.

 

 

 

 

 


(Der Kampfhubschrauber “Tiger” wird erstmals in Libyen eingesetzt.)

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Der Libyen-Krieg ist weiter eskaliert, weil nun auch NATO-Kampfhubschrauber dort eingegriffen haben. Die NATO teilte am Samstagmorgen in Neapel mit, daß die Hubschrauber Militärfahrzeuge und militärisches Gerät angegriffen hätten. Laut der Militärführung in Paris waren französische und britische Helikopter an den Angriffen beteiligt. Von Frankreich seien “Tiger”-und “Gazelle”-Hubschrauber eingesetzt worden. Laut dem britischen Sender “BBC” attackierten britische “Apache”-Hubschrauber sowie französische “Gazelle”-Helikopter eine Radarstation sowie einen Kontrollposten in der Nähe der ostlibyschen Stadt Brega. Dabei sei einer der beiden “Apaches” von Regierungstruppen beschossen worden, sagte Generalmajor Nick Pope vom britischen Verteidigungsministerium. Der Kommandeur der NATO-Operation, Generalleutnant Charles Bouchard erklärte, die Allianz werde diese Hubschrauber wann immer und wo immer es nötig sei einsetzen. “Der Einsatz von Kampfhubschraubern verleiht den NATO-Operationen mehr Flexibilität bei der Suche und dem Angriff von Gaddafi-treuen Truppen, die vorsätzlich Zivilisten angreifen und sich in bewohnten Gebieten verstecken”, hieß es in der Stellungnahme der NATO weiter.
Die NATO sollte sich überlegen, wen sie da mit den Hubschraubern unterstützt. UN-Ermittler kritisieren nämlich auch Kriegsverbrechen der Rebellen . Es gebe Beweise dafür, daß neben den Regierungstruppen auch die Rebellen einige Akte verübt hätten, “die den Tatbestand von Kriegsverbrechen” erfüllen könnten, hieß es in einem in Genf vorgestellten Bericht einer Ermittlerkommission des UN-Menschenrechtsrats. Schätzungen zufolge seien seit Februar 10000 bis 15000 Menschen in Libyen getötet worden. Gaddafi-Truppen hätten sich vor und während des im Februar begonnenen Konflikts des Mordes, Folterns und sexuellen Missbrauchs “als Teil eines weitverbreiteten oder systematischen Angriffs auf eine Zivilbevölkerung” schuldig gemacht, heißt es in dem 92 Seiten umfassenden Bericht. Solche Taten zählten zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die drei UN-Ermittler sagten, man sei nicht der Ansicht, daß die Verstöße, die den oppositionellen Streitkräften in Libyen vorgeworfen würden, Teil eines “weitverbreiteten oder systematischen Angriffs auf eine Zivilbevölkerung” seien und sie daher mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichzusetzen seien. Beide Seiten in Libyen wurden aufgefordert, umfangreiche und transparente Ermittlungen einzuleiten und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.
Die NATO sollte sich mal überlegen, für wen sie sich da zum Handlanger macht und Krieg führt. Ich wette, wenn Gaddafi von der NATO weggebombt wurde und die Rebellen an der Macht sind, daß Libyen genauso demokratisch wie heute ist.

(Quellen:Tagesschau.de, N24.de, n-tv.de)
Kein Ende des Krieges in Libyen in Sicht-im Gegenteil. Die NATO hat ihren Militäreinsatz “Unified Protector” in Libyen um drei Monate bis Ende September verlängert. Das beschloß der NATO-Rat in Brüssel. Das Mandat für den Libyen-Einsatz war zunächst auf 90 Tage bis zum 27. Juni befristet. Weil der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi trotz der massiven Luftangriffe nicht weichen will, hält die NATO die Fortführung ihrer Mission für notwendig. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einer “klaren Botschaft” an Machthaber Gaddafi: “Wir sind entschlossen, unseren Einsatz zum Schutz der libyschen Bevölkerung fortzusetzen.” Das heißt ja dann noch mehr Kollateralschäden. Laut der Führung in Tripolis kamen bei den Luftschlägen bisher mindestens 718 Menschen ums Leben. An dem internationalen Militäreinsatz gegen Libyen sind insgesamt 17 Staaten mit etwa 200 Flugzeugen und 18 Schiffen beteiligt. Er besteht aus einer Seeblockade, einem Waffenembargo und Luftschlägen, bisher rund 3500, gegen Gaddafis Truppen. Die Luftschläge gegen Libyen begannen am 19. März und sollten der Durchsetzung der UN-Resolution 1973 zur Schaffung einer Flugverbotszone und zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Gaddafi-Truppen dienen. Inzwischen werden aber dadurch die Aufständischen unterstützt. Und obwohl keine Bodentruppen vorgesehen sind, haben Frankreich und Großbritannien vor kurzem beschlossen, Kampfhubschrauber nach Libyen zu entsenden.
Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma hatte gestern nach der Rückkehr von seiner Vermittlungsmission in Tripolis erklärt, daß Gaddafi nicht bereit sei, Libyen zu verlassen. Bevor ein Dialog beginnen könne, müssten die NATO-Luftangriffe gestoppt werden, habe Gaddafi betont. Tripolis ist am Dienstagabend von sechs schweren Explosionen erschüttert worden. Laut einem “AFP”-Reporter überflogen am späten Abend erneut Kampfflugzeuge die Stadt. Danach folgten zwei Explosionen, gefolgt von vier weiteren im Abstand von wenigen Minuten. Die Ziele der Angriffe waren demnach zunächst unklar.

 

(Quellen:Tagesschau.de, N24.de, n-tv.de)
Nachdem gestern in Afghanistan zwei Bundeswehrsoldaten durch einen Selbstmordanschlag getötet wurden, zu dem sich die Taliban bekannt haben, hat sich die NATO in der Nacht zum Sonntag offenbar auch die Hände schmutzig gemacht und Zivilisten getötet. Bei einem NATO-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind laut der Provinzregierung 14 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter zwölf Kinder. Ein Sprecher des Provinzgouverneurs, Mohammed Daud Ahmadi, sagte, bei dem Angriff seien fünf Mädchen, sieben Jungen und zwei Frauen getötet worden, drei Kinder, eine Frau und zwei Männer seien verletzt worden. US-Truppen seien von Taliban-Kämpfern beschossen worden, sie hätten um Luftunterstützung gebeten. NATO-Flugzeuge hätten daraufhin zwei Wohnhäuser mit Zivilisten bombadiert. Ein Sprecher der ISAF sagte, man kenne die Vorwürfe und untersuche den Vorfall.
Die zivilen Opfer bei NATO-Angriffen lösen in der afghanischen Regierung und der Bevölkerung (verständlicherweise) Unmut und Wut aus. Ich denke mal, es wird wieder Proteste gegen die NATO geben, Demonstranten werden getötet, dann gibt es leider wieder einen Selbstmordanschlag bei dem NATO-oder Bundeswehrsoldaten sterben und so geht die Spirale der Gewalt weiter.

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Schon wieder ein Grund warum unsere Bundeswehrsoldaten schleunigst aus Afghanistan abgezogen werden sollten. Bei einer gewaltsamen Demonstration vor einem Bundeswehr-Camp in der nordafghanischen Provinzhauptstadt Taloqan sind nach offiziellen Angaben elf Afghanen getötet worden, 80 weitere Menschen sind verletzt worden. Unter den Verletzten befinden sich zwei deutsche Soldaten sowie vier afghanische Wachmänner. Die Bundeswehrsoldaten wurden verletzt, weil Demonstranten Handgranaten und Molotowcocktails warfen. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es sei unklar, ob deutsche Soldaten auf Demonstranten geschossen hätten. Auslöser der Proteste waren Vorwürfe gegen die ISAF, sie habe (wieder mal) vier Zivilisten getötet. Laut ISAF waren es Aufständische. Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Schah Dschahan Nuri wurden zwei Männer und zwei Frauen erschossen. “Ich verurteile aufs Schärfste diesen brutalen Angriff, bei dem Zivilisten getötet wurden”, sagte Nuri. Erneut hätten falsche Geheimdienstinformationen zum Tod unschuldiger Afghanen geführt.
Der Witz ist ja, daß die USA schon längst, sogar in Deutschland, mit den Taliban Geheimgespräche führen. Die wissen, daß man in Afghanistan nur verlieren kann.

(Quellen:Tagesschau.de, ZDF-heute.de, N24.de)
Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi ist zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder im libyschen Staatsfernsehen zu sehen gewesen. Er habe in einem Hotel in der Hauptstadt Tripolis Stammesführer getroffen, hieß es im arabischen Nachrichtensender “Al-Dschasira”. Es war Gaddafis erster TV-Auftritt seit dem 30. April. An diesem Tag wurde Gaddafis jüngster Sohn Saif al-Arab al-Gaddafi durch einen NATO-Luftangriff getötet, auch drei Enkel von Gaddafi sollen bei dem Angriff ums Leben gekommen sein. Die NATO hat ihre Angriffe auf Ziele in Tripolis auch in der Nacht fortgesetzt. Sie hat mindestens vier Luftangriffe geflogen. Die Angriffe hätten einem Anwesen von Gaddafi gegolten, berichtete das Staatsfernsehen. Über dem Anwesen Bab al-Asisija stiegen laut Augenzeugen Rauchsäulen auf. Laut dem US-Nachrichtensender “CNN” waren am Morgen wieder Explosionen in Tripolis zu hören. In der belagerten Stadt Misrata nahmen die Rebellen nach tagelangen Kämpfen das Flughafengelände am Südrand der Stadt ein. In den zwei Tage andauernden Kämpfen um den Flughafen seien fünf Rebellen getötet und 105 weitere verletzt worden, meldet “AP”.
Euronews-Video:Weitere NATO-Angriffe auf Tripolis

(Quellen:Tagesschau.de, Welt Online, Online Presseportal)
Dies ist dann mein zweiter Blogeintrag heute zum Thema Libyen. Die NATO hat an die Zivilbevölkerung in Libyen appelliert, sich von den Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi fernzuhalten. Dann könne die NATO bei ihren gezielten Angriffen auf diese Truppen und deren Kriegsgerät erfolgreicher sein, erklärte der Kommandeur des NATO-Militäreinsatzes in Libyen , der kanadische Generalleutnant Charles Bouchard. Gestern hatte die NATO zugegeben, daß die Luftschläge den Schutz der Zivilisten nicht sicherstellen könnten, weil Gaddafi-Truppen ihre Panzer mit Zivilisten als menschlichen Schutzschilden sicherten. Ich wüßte da wie man die Zivilisten schützt:
Jedenfalls hat der libysche Außenminister Abdul Ati al-Obeidi der NATO ein verlockendes Angebot gemacht. Sollte diese die Angriffe stoppen, wären Diskussionen über einen Übergang zur Demokratie möglich, sagte er dem Sender “BBC”. Das könnte auch ein Abdanken von Staatschef Muammar al-Gaddafi beinhalten, fügte er hinzu. Gleichzeitig warnte er Europa vor der Entsendung von Militärberatern. Eine Entsendung europäischer Verbindungsoffiziere würde den Konflikt noch verschlimmern, sagte al-Obeidi. Unser Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte am Rande eines Treffens der Außenminister von EU und Golf-Kooperationsrat im Emirat Abu Dhabi, es sei notwendig, sich von dem Gedanken zu trennen, daß eine schnelle militärische Lösung wahrscheinlich sei. Wenn das so ist bitte einen Waffenstillstand schließen. Afghanistan, Irak und nun Libyen-die einzigen, die sich über diese Kriege freuen, sind Waffenhändler und Ölfirmen.

(Quellen:Tagesschau.de,news.ch)
Dieser Krieg in Libyen ist ganz schlimm und es ist richtig, daß darüber intensiv berichtet wird. Aber am 1. März sind neun Kinder im Nordosten von Afghanistan durch ISAF-Soldaten getötet worden und ich finde, das sollte nicht nur eine Randnotiz sein. Nach ISAF-Angaben hatten die Soldaten eines Außenpostens in der Provinz Kunar den Einsatz von Kampfhubschraubern angefordert, weil sie mit Raketen beschossen worden waren. Wenige Minuten später wurden die neun Kinder, die auf einem nahe gelegenen Berg Holz sammelten, von einem Kampfhubschrauber ins Visier genommen und getötet. Ein zehntes Kind sei bei dem Angriff verletzt worden. Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Angriff als rücksichtslos. “Diese Todesfälle hätte es niemals geben dürfen”, erklärte der ISAF-Kommandeur David Petraeus. Der US-General entschuldigte sich bei den betroffenen Familien, der afghanischen Regierung und beim afghanischen Volk.
In der Hauptstadt Kabul forderten Hunderte Männer, Frauen und Kinder ein Ende von Angriffen der Internationalen Schutztruppe ISAF auf Zivilisten. Sie riefen “Tod Amerika, den Taliban und der afghanischen Regierung”. Auf Plakaten zeigten sie Fotos getöteter Zivilisten. In Kunar waren übrigens erst im vergangenen Monat nach Angaben des Provinzgouverneurs bei Luftangriffen 65 Zivilisten getötet worden, darunter 40 Jungen und Mädchen.

 

Die ISAF wird den Tod der neun Kinder zynischerweise wohl “nur” als Kollateralschaden ansehen. Also die US-Truppen/ISAF bombadieren Zivilisten in Afghanistan, wollen aber nicht, daß der Verbündete der Amerikaner und Europäer, der kleine Diktator Muammar al-Gaddafi, das Gleiche mit seiner Zivilbevölkerung in Libyen macht und schließen die Entsendung von Bodentruppen nicht aus. Wie wir wissen, setzen die USA so gerne Bodentruppen aus “humanitären Gründen” ein. Ich könnte mir denken, daß es da noch andere Motive gibt.

Ich bin für eine Flugverbotszone, aber gegen Bodentruppen. Es soll ja nicht noch mehr Kollateralschäden geben.

 
Euronews-Video:Proteste gegen ISAF-Angriffe auf Zivilisten in Kabul

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