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Schlagwort-Archive: Evakuierung


Der Filmemacher Tim Hetherington (r.) und der Fotoreporter Chris Hondros (li.) wurden in Misrata Opfer eines Mörsergranatenangriffs. (Foto: “Reuters”)

(Quellen:Tagesschau.de, Sueddeutsche.de, Welt Online, ZDF.de, N24.de, RTL.de)
Die NATO hat in Libyen ihre Angriffe auf die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi fortgesetzt. In der Hauptstadt Tripolis starben nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens sieben Menschen. In Misrata gab es auch gestern schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen. Bei einem Mörserbeschuss wurden der britische Fotograf und oscarnominierte Filmemacher Tim Hetherington und der US-Fotojournalist Chris Hondros getötet und mindestens zwei weitere Fotografen wurden schwer verletzt. Es sollen noch fünf weitere Zivilisten bei den Kämpfen gestorben sein. Misrata liegt 210 Kilometer östlich von Tripolis und ist die einzige Stadt im Westen Libyens, die noch von Aufständischen gehalten wird. Sie wird seit sieben Wochen von den Gaddafi-Truppen belagert. Bisher gab es in den vergangenen sieben Wochen bei den heftigen Kämpfen um Misrata nach Ärzteangaben etwa 1000 Tote und 3000 Verletzte. Die humanitäre Lage in der Stadt gilt als kritisch, obwohl es zuletzt gelang, mit Schiffen Hilfslieferungen in den Hafen zu bringen. Dazu sitzen noch rund 3500 Gastarbeiter, meist aus afrikanischen Ländern, wegen der Kämpfe fest. Laut UN-Nothilfekoordinatorin Valérie Amos haben Tausende Menschen in Misrata nichts zu essen und kein Wasser. Gestern wurden an Bord eines von Qatar gemieteten Schiffes 1100 Menschen, darunter viele der afrikanischen Gastarbeiter, aus Misrata in die ostlibysche Hafenstadt Bengasi evakuiert. Ein Flüchtling berichtete, daß auch das Hafengelände in Misrata unter anhaltendem Beschuss stehe. Unterdessen traf in Misrata ein Schiff des UN-Kinderhilfswerks ein. Es hat unter anderem Trinkwasser und Hygienesets für bis zu 25000 Menschen an Bord. Den Rebellen in Libyen reicht die humanitäre Hilfe und die Durchsetzung der Flugverbotszone nicht, sie fordern vom Westen die Entsendung von Bodentruppen für Misrata. Laut der französischen Zeitung “Le Figaro” und der US-Zeitung “Washington Post” ist diese Forderung an den “Nationalen Übergangsrat” in Bengasi, der mit der NATO in Verbindung steht, weitergeleitet worden. Großbritannien, Frankreich und Italien wollen stattdessen Militärexperten nach Libyen schicken. Der französische Regierungssprecher François Baroin sagte, daß Verbindungsoffiziere dem Übergangsrat zur Seite gestellt werden sollen. Diese sollten den Schutz der Zivilbevölkerung mitorganisieren. Ferner will Frankreich seine Luftangriffe gegen die Gaddafi-Truppen auf Bitten der Rebellen verstärken. Dies sagte der französische Präsident Nicolas Sarkozy nach einem Treffen mit Rebellenführer Mustafa Abdel Dschalil. Italien will laut Verteidigungsminister Ignazio La Russa zehn Militärberater zu den Aufständischen schicken. Alle drei Staaten lehnten die geforderten Bodentruppen erneut ab. Auch US-Präsident Barack Obama befürwortet die Entsendung der Berater. Allerdings bleibe es dabei, daß keine US-Soldaten einen Fuß auf libyschen Boden setzen würden, sagte Obamas Sprecher Jay Carney. Der Präsident “hofft und glaubt”, daß die von Frankreich, Großbritannien und Italien angekündigte Entsendung von militärischen Beratern und Ausbildern den libyschen Rebellen helfen werde. Die US-Regierung plant den Aufständischen Hilfen im Wert von 25 Millionen Dollar (17,3 Milllionen Euro) zukommen zu lassen.


(Ouattara – Soldaten in Abidjan Foto: “AFP”)

(Quellen:Tagesschau.de, Stern.de, ARD-Text 126/127, N24-Text 114)
Sieht so aus als ob die Kämpfe in der Hafenstadt und Wirtschaftsmetropole Abidjan in der Elfenbeinküste weitergehen. Dort wurde der Angriff der Truppen des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara auf die Residenz des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo zurückgeschlagen. Ouattara – Einheiten seien am Mittwoch auf das Gelände des Anwesens, das im Stadtteil Cocody liegt, vorgedrungen, sagte ein Sprecher der Ouattara – Truppen. Dann seien sie durch Beschuss aus schweren Waffen zum Rückzug gezwungen worden. Ziel des Angriffs sei es Gbagbo gefangenzunehmen. Dieser befand sich nach Korrespondenten – Angaben von Ouattara – Truppen eingekesselt in einem Bunker seiner Residenz. Nach französischen Angaben halten sich noch rund 200 Kämpfer mit Gbagbo verschanzt. Insgesamt befehlige er noch rund 1000 Mann. Offenbar sind sie bestens bewaffnet. Gbagbos Soldaten hatten auch die französische Botschaft beschossen, deshalb erwiderten französische Soldaten das Feuer. Nachdem auch die Residenz des japanischen Botschafters von Gbagbo – Truppen angegriffen wurde, haben mehrere Botschafter Frankreich um Hilfe bei der Evakuierung ihrer Mitarbeiter gebeten. Die Sicherheitslage in der Elfenbeinküste ist extrem angespannt, die Versorgungslage schlecht. Bewaffnete Söldner stürmten gestern die Residenz des japanischen Botschafters und entführten Mitarbeiter, zahlreiche Diplomaten und ausländische Journalisten flohen auf das Botschaftsgelände der USA.
Die Bewohner von Abidjan leiden schon seit Wochen unter dem blutigen Machtkampf. In den Straßen liegen Leichen, die Krankenhäuser können kaum noch arbeiten, die Geschäfte sind geplündert. In der Elfenbeinküste tobt seit den Wahlen im November 2010 der Machtkampf zwischen Gbagbo und Ouattara. Eine Million Menschen sind auf der Flucht, berichten internationale Organisationen. Auch bei diesem Konflikt leidet mal wieder die Bevölkerung am meisten. Ich wünsche den Ivorern einen baldigen Frieden.

 

 

 


(Foto:Der Machtkampf zwischen Laurent Gbagbo (links) und Alassane Ouattara dauert seit Monaten an.)

(Quellen:Tagesschau.de, Stern.de, ARD-Text 126/127, ZDF-Text 129, RTL-Text 124)
Die Truppen des international anerkannten ivorischen Präsidenten Alassane Ouattara haben nach eigenen Angaben die Residenz von Laurent Gbagbo unter ihre Kontrolle gebracht. Dies sagte eine Sprecherin Ouattaras, Anne Oulouto, der Nachrichtenagentur “dpa” am späten Montagabend. Die Residenz liegt im Stadtteil Cocody im Osten der Wirtschaftsmetropole und Hafenstadt Abidjan. UN – Generalsekretär Ban Ki-moon hat wegen der eskalierenden Gewalt gegen Zivilisten in der Elfenbeinküste Angriffe von Blauhelmsoldaten der Vereinten Nationen auf Stellungen des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo angeordnet. Das geht aus einer Erklärung hervor, die Ban am Montagabend in New York herausgab. “Ich habe die Mission angewiesen, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Einsatz von schweren Geschützen gegen die Zivilbevölkerung zu verhindern”, teilte Ban mit. Die Truppen Gbagbos verteidigten in Abidjan Stellungen gegen die vorrückenden Kräfte Ouattaras. Diese wurden von UN – Hubschraubern und französischen Militäreinheiten unterstützt. Die Kämpfe konzentrieren sich vor allem um den Präsidentenpalast, der sich in Plateau im Süden von Abidjan befindet. Angeblich verhandelt Gbagbo darüber “sich zu ergeben”. Das sagte der von Ouattara entsandte Botschafter in Frankreich, Ally Coulibaly, dem Radiosender “RFI”. In Erwartung einer blutigen Entscheidungsschlacht wurde das UN-Hauptquartier in Abidjan evakuiert. Das teilten die Vereinten Nationen mit. Gbagbos Truppen hätten wiederholt UN – Gebäude in der Stadt mit Panzergranaten beschossen und dabei auch benachbarte Wohngebiete getroffen.
In der Elfenbeinküste tobt seit den Wahlen im November 2010 der Machtkampf zwischen Gbagbo und Ouattara. Eine Million Menschen sind auf der Flucht, berichten internationale Organisationen. Sogar von Massakern ist die Rede. Dieser Ouattara hat wohl auch Blut an den Händen. Ausgerechnet seine Soldaten sind wohl für ein Blutbad in Duékoué, im Westen der Elfenbeinküste, verantwortlich. Sie hätten vermeintliche Gbagbo – Anhänger regelrecht hingerichtet. Ouattaras Militärsprecher Mamadou Konaté hat diese Vorwürfe abgestritten. Die Hilfsorganisation “Caritas” sprach am Wochenende von einem Massaker mit 1000 Toten. Das Internationale Rote Kreuz (IRK) hatte am Donnerstag die Toten auf den Straßen des Ortes gefunden. Nach IRK – Angaben seien etwa 800 Menschen vermutlich am Dienstag getötet worden, einen Tag nach dem Einmarsch von Ouattaras Truppen. Die Vereinten Nationen sprechen von ethnischen Säuberungen und erheben schwere Vorwürfe – gegen Gbagbo, aber auch gegen Ouattara. Diese beiden unterscheiden sich offensichtlich nicht in der Wahl ihrer Mittel. Wenn dieser Ouattara wirklich siegen sollte, wird es wohl weitere Massaker an Gbagbo – Anhängern geben.

 

 

(Quelle:Tagesschau.de)
Ein Update der schlechten Nachrichten aus Japan: Weil die radioaktive Belastung in den Kontrollräumen des Atomkraftwerks Fukushima I gravierend angestiegen ist, wurden die letzten 50 Mitarbeiter abgezogen. 800 Mitarbeiter sollen das Gelände inzwischen verlassen haben. Mit Hilfe von Hubschraubern soll nun Wasser durch Löcher im teilweise zerstörten Dach geschüttet werden. Die japanische Regierung erklärte, aus vier Reaktoren sei radioaktive Strahlung ausgetreten. Um etwa 06:00 Uhr Ortszeit (etwa um 22:00 Uhr MEZ) war Reaktorblock 2 explodiert, laut AKW-Betreiberfirma TEPCO könnte dabei auch die innere Schutzhülle des Reaktors beschädigt worden sein. Im Reaktorblock 4, wo verbrauchte Brennelemente lagern, brach ein Feuer aus, das nach Regierungsangaben wieder gelöscht werden konnte. Nun drohe dort die Kühlung auszufallen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur “Kyodo” unter Berufung auf TEPCO. Reaktorblock 4 war kurz vor dem Erdbeben am Freitag wegen Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. Auch die Kühlung in den Reaktoren 5 und 6 bereitet wohl auch Probleme.
Außerdem hat ein starkes Nachbeben der Stärke 6,4 den Großraum Tokio erschüttert. Das Epizentrum lag in der Nähe des Vulkans Fuji, etwa 120 Kilometer südwestlich von Tokio in einer Tiefe von zehn Kilometern.

 

Ich empfehle für heute Abend um 21:00 Uhr im WDR Quarks & Co: GAU in Japan-Wie groß ist die Gefahr? mit Moderator Ranga Yogeshwar-unbedingt ansehen!

 

Quarks & Co-Video:Das Märchen vom billigen Atomstrom Was kostet der Strom aus Kernkraftwerken wirklich?

 

 

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