(Quelle:Tagesschau.de)
Ich finde die Berichterstattung aus Krisengebieten im Allgemeinen und im Moment speziell aus Ägypten wichtig und mein
gilt den Journalisten, die sich dorthin begeben, um über die (blutige und schmutzige) Wahrheit zu berichten. Darum macht es mich wütend und ich empfinde es als
, daß sich während der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern von Präsident Husni Mubarak und den Regimegegnern die Aggressionen gegen ausländische Medienvertreter in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gestern ausgeweitet haben. Zahlreiche TV-Sender wie z.B. ARD und ZDF sowie Zeitungsredaktionen aus aller Welt berichteten von gewaltsamen Übergriffen auf Journalisten und Festnahmen von Mitarbeitern. ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg berichtete in der “heute”-Sendung, sein Team sei von “marodierenden Banden” bedroht und “beim Drehen behindert” worden. In Kairo werde versucht, “Berichterstattung mit aller Gewalt zu unterdrücken”. Ossenberg sagte, er habe zusammen mit seinen Mitarbeitern in der deutschen Botschaft Zuflucht gesucht. Auch sein ARD-Kollege Jörg Armbruster floh mit seinem Team in die Botschaft. “Die Mubarak-Anhänger verfolgten Journalisten bis ins Hotel”, sagte er in einer ARD-”Brennpunkt”-Sendung am Donnerstag. Journalisten würden geschlagen und von Mitgliedern des ägyptischen Geheimdienstes unter Druck gesetzt. Nachdem die Zerstörung des Studios gedroht habe und auch das Hotel nicht mehr sicher gewesen sei, hätten sich die ARD-Mitarbeiter zur Flucht in die Botschaft entschieden. Die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete, ein Zeitungskorrespondent und ein Fotograf aus Griechenland seien von regierungskritischen Demonstranten verletzt worden. Der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wurden ein Fernsehjournalist des Senders TRT und ein Zeitungsfotograf bei Protesten auf dem Tahrir-Platz von Regierungsanhängern verprügelt.
Beiden Teams sei die Ausrüstung gestohlen worden. Nach Angaben des polnischen TV-Senders TVP nahm die ägyptische Polizei drei seiner Mitarbeiter vorübergehend fest. Auch jeweils drei Journalisten der französischen Sender TF1 und France 24 wurden nach Informationen beider Sender verhaftet.
Auch heute wurden Journalisten in Kairo bedroht und bei ihrer Arbeit behindert. Medienvertreter am Tahrir-Platz wurden aufgefordert, nicht von den Balkonen aus zu filmen oder zu fotografieren. Das Militär drohte damit, andernfalls Ausrüstungen zu beschlagnahmen.
Der Sender “Al Dschasira” teilte mit, sein Büro in Kairo sei verwüstet worden.
Die Gewalt gegen Journalisten ist international verurteilt worden.UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, die Repressionen seien
Bundespräsident Christian Wulff
(CDU) betonte, die Übergriffe müßten sofort gestoppt werden. Das US-Außenministerium sprach von Einschüchterungsversuchen.

