
(Foto:libysche Rebellen vor Adschdabiya)
(Quellen:Tagesschau.de, Spiegel Online, Focus Online, ZDF-Text 129, N24-Text 116, RTL-Text 126/131, Tele 5-Text 125)
Zum Wahnsinn des Krieges allgemein und dieses Krieges in Libyen gehört der Tod von unschuldigen Zivilisten, was die Militärs gern so verharmlosend als Kollateralschaden bezeichnen.
Zu dem Wahnsinn gehört auch, wenn eigene oder alliierte Truppen durch Eigenbeschuss getroffen werden.
Was die Opfer unter den Zivilisten durch die Luftangriffe der internationalen Streitkräfte angeht, darüber gibt es keine genauen Informationen. Von der “Koalition der Willigen” wird dies verneint, das Gaddafi-Regime behauptet, daß Zivilisten getötet wurden. Ich hoffe, daß irgendwann mal die Wahrheit ans Licht kommt. Auf jeden Fall gab es am Donnerstag “Friendly Fire”, als NATO – Kampfflugzeuge versehentlich einen Fahrzeugkonvoi der Rebellen bombadiert und dabei mindestens zehn Menschen getötet haben. Nach Angaben der Rebellen fuhr der Konvoi zwischen Adschdabiya und der Hafenstadt Brega unerlaubt in eine Sperrzone und wurde von NATO – Flugzeugen unter Beschuss genommen. Unter den Bewohnern der Stadt Adschdabija brach Panik aus, weil Gerüchte aufkamen, Truppen des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi hätten den Angriff zu einem Vorstoß genutzt. Die NATO kündigte an, sie werde den Bericht prüfen. “Aber es ist schwer zu klären, weil wir keine eigenen Leute am Boden haben”, sagte ein NATO – Sprecher in Brüssel. Die Rebellen sind natürlich stinkesauer auf die NATO.
“Wir wollen die Nato nicht mehr”, rief einer der Kämpfer. Ein anderer schrie: “Nieder mit der Nato.” Die Nato lehnt jedoch eine Entschuldigung bei den Aufständischen ab. “Ich entschuldige mich nicht”, sagte der britische Konteradmiral Russell Harding am Freitag in der Nato – Befehlszentrale in Neapel vor Journalisten. “Bis gestern hatten wir keine Ahnung, daß die Aufständischen Panzer benutzen”, sagte Harding, der Vize – Kommandeur des internationalen Militäreinsatzes in Libyen ist. “Unsere Aufgabe ist der Schutz von Zivilisten. Und Panzer sind in der Vergangenheit benutzt worden, um Zivilisten anzugreifen.” Es war das zweite Mal innerhalb einer Woche, daß libysche Aufständische durch NATO – Angriffe getötet wurden. Bereits am Freitag vergangener Woche hatten NATO – Jets im selben Gebiet versehentlich eine Rebellen – Stellung angegriffen. Dabei waren 13 Aufständische getötet und elf weitere verletzt worden. Das Bombardement hatten die Rebellen ausgelöst, als sie mit einem Luftabwehrgeschütz aus Freude über die nahenden NATO – Flugzeuge in den Himmel geschossen hatten. Und wieder sterben dann Muslime durch Ungläubige und wieder ist die NATO der Buhmann. Sobald die NATO sich irgendwo einmischt läuft etwas schief.
General Carter F. Ham, Kommandeur des US – Afrika – Kommandos (AFRICOM) und anfänglich der Kommandant der Militäroperation “Odyssey Dawn” („Odysee Morgendämmerung“), hält übrigens einen Sieg der Rebellen gegen das Gaddafi – Regime für fraglich. Er würde die Wahrscheinlichkeit als gering einschätzen, so Ham in einer Kongressanhörung in Washington. Selbst mit der Unterstützung der NATO seien die Rebellen nicht stark genug, es mit Gaddafis Armee aufzunehmen. Derzeit gebe es deshalb ein Patt.
Die Militäroperation dient ja eigentlich der Durchsetzung der UN – Resolution 1973 zur Errichtung einer Flugverbotszone zum Schutz der Zivilisten vor Gaddafi – Truppen. Flugverbot zum Schutz der Zivilisten ja – keine militärische Unterstützung der Aufständischen.
Über die wissen wir viel zu wenig, die könnten ja die Feinde von Morgen werden.




